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Initiative will Kirchenfenster vor Zerstörung bewahren

Essen. Weniger Gläubige bedeuten weniger Kirchensteuern - mit denen auch Kirchen unterhalten werden. Ist nicht mehr genug Geld da, werden auch Kirchen aufgegeben. Doch wohin mit den oft wertvollen Fenstern? Ein privater Verein baut sie aus und lagert sie ein.

Initiative will Kirchenfenster vor Zerstörung bewahren

Jansen-Winkeln vor den Fenstern der katholischen Kirche St. Barbara. Foto: Roland Weihrauch/aktuell

Behutsam entfernt der Glaser das zerbrechliche Kirchenfenster aus der vor dem Abriss stehenden Kirche St. Barbara in Essen: Das Glasmalfenster zeigt den Kopf des Heiligen Ignatius. Der Handwerker ist einer der vorerst letzten, der das Fensterbild zu sehen bekommt: Nach dem Ausbau wird es erstmal eingelagert.

Ein private Initiative zum Erhalt von Kirchenfenstern hat am Dienstag in Essen mehrere Fenster aus dieser früheren katholischen Kirche ausbauen lassen. Insgesamt 13 Fenster sollen so erhalten werden. Zehn von ihnen hatte der Essener Glasmaler Wilhelm de Graaff (1912-1975) Anfang der 1950er Jahre geschaffen. Sie zeigen Heilige, wie der Verein „Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhundert“ in Essen mitteilte. Die mittlerweile verkaufte Kirche soll Neubauwohnungen weichen.

Die von der Kunsthistorikerin Annette Jansen-Winkeln geführte Forschungsstelle hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehr als 600 Kirchenfenster in ihre Obhut genommen. Sie lagern in einer Tiefgarage in Mönchengladbach und sollen eines Tages wieder zum Einsatz kommen.

Die Forschungsstelle hat seit 2004 mehr als 100 000 Glasmal-Fenster vor allem in Nordrhein-Westfalen dokumentiert und im Internet zugänglich gemacht. Für ihre Arbeit wurde das Ehepaar Jansen-Winkeln 2017 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet.

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