Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Italienischer Regisseur Vittorio Taviani gestorben

Rom. Sie führten Regie, als seien sie eine Person. Die italienischen Filmemacher Taviani waren nur im Doppelpack denkbar. Nun ist der ältere Bruder Vittorio gestorben.

Der italienische Regisseur Vittorio Taviani ist tot. Der 88-Jährige, der als Filmemacher stets an der Seite seines jüngeren Bruders Paolo (86) arbeitete, starb nach langer Krankheit in Rom, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Tavianis Tochter Giovanna am Sonntag berichtete.

Auch im hohen Alter wurden die beiden ihrer Berufung und der Teamarbeit nicht müde: Im vergangenen Jahr lief der letzte Film der „fratelli“ in den italienischen Kinos.

„Wir haben unterschiedliche Charaktere, aber die gleiche Natur. Unsere Entscheidungen im Leben und in der Kunst sind die gleichen“, sagte Vittorio einmal über sich und Paolo. Die Zusammenarbeit zwischen den Brüdern wird als perfekte Symbiose beschrieben - und auch äußerlich waren die beiden schwer auseinanderzuhalten. Gilt Paolo aber als mondän und etwas egozentrisch, wurde Vittorio als sein bedächtiges Gegenstück beschrieben.

Zu Beginn ihrer Karriere fanden die Brüder für ihre stark ideologisch geprägten Regiekonzepte keinen Produzenten und machten ihre ersten Filme für den italienischen Fernsehsender Rai. International berühmt wurden sie mit „Padre Padrone“ („Mein Vater, mein Herr“), für den sie 1977 die Goldene Palme von Cannes gewannen.

Zu den erfolgreichen Werken der Männer, die noch in den 70er Jahren als überzeugte Marxisten galten, zählt auch das Anti-Nazi-Drama „Die Nacht von San Lorenzo“. Der jüngste große Erfolg liegt mit „Cäsar muss sterben“ (2012) noch gar nicht lange zurück: Das Doku-Drama wurde auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Mit Taviani verliere Italiens Film- und Kulturlandschaft einen „unangefochtenen und beliebten Protagonisten“, der gemeinsam mit seinem Bruder „unvergessliche Meisterwerke“ geschaffen habe, sagte der italienische Präsident Sergio Mattarella laut einer Mitteilung, in der er der Familie sein Beileid aussprach.

Die Taviani-Brüder hätten „einige der bedeutendsten Seiten des italienischen Films“ geschrieben und von der Realität, der Geschichte und den Widersprüchen Italiens erzählt, kommentierte am Sonntag „La Repubblica“.

Vittorio Taviani wurde 1929 im toskanischen San Miniato geboren. Mit 20 Jahren brach der Sohn eines Anwalts sein Jurastudium ab und zog in das Hollywood Italiens, nach Rom. 2017 lief der Film „Una questione privata“ („Eine private Angelegenheit“) in den italienischen Kinos.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Los Angeles. Begrapschen, Anmache, anzügliche Kommentare: Das sind Vorwürfe, die mehrere Frauen gegen Oscar-Preisträger Morgan Freeman erheben. Damit gerät ein weiterer Hollywood-Star im Zuge der #MeToo-Bewegung in die Schlagzeilen.mehr...

Berlin. Liam Neeson ist eher beiläufig und ziemlich spät zum Action-Helden geworden. Nach einer ganzen Reihe von körperbetonten Filme hat der britische Schauspieler jetzt aber genug.mehr...

San Francisco. Ohne sie würde es „Schneewittchen“, „Bambi“ und „Das Dschungelbuch“ nicht geben: Neun legendäre Zeichner - die „Nine Old Men“ - haben sich für Walt Disney ins Zeug gelegt. Auch ein gebürtiger Münchner. Ihnen widmet das Disney-Museum in San Francisco nun eine große Schau.mehr...