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Japan: Rückkehr der «rasenden Reisschüsseln»

Gelsenkirchen (dpa/tmn) Deutschland hat Porsche, Italien Lamborghini und Ferrari, und Amerika die Corvette. Und Japan? Zwar dominieren die japanischen Hersteller bald den Weltmarkt, doch die Nische der Supersportwagen haben sie in den letzten Jahren vernachlässigt.

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Bisher noch eine Studie - die Serienversion des Lexus LF-A soll einen Zehnzylinder-Motor mit mehr als 368 kW/500 PS bekommen. (Bild: Lexus/dpa/tmn)

Vorbild für ein neues Sportmodell: Honda plant einen Nachfolger des Aluminium-Coupés NSX. (Bild: Honda/dpa/tmn)

Von 2009 an auch in Deutschland zu haben: Mit dem GT-R will Toyota Porsche Konkurrenz machen. (Bild: Toyota/dpa/tmn)

Früher konnte Toyota noch mit einem Supra, Honda mit einem NSX und Mitsubishi mit einem 3000 GT punkten. Heute dagegen ist bereits mit den kompakten Coupés vom Schlage eines Nissan 350Z Schluss. Doch lange wird die Zurückhaltung nicht mehr dauern, denn bald feiern die «rasenden Reisschüsseln» ein Comeback.

Den Auftakt macht derzeit Nissan mit dem GT-R. Der auffällig gezeichnete Spitzensportler kommt zwar erst im März 2009 nach Deutschland, ist in Japan und den USA aber schon als «Porsche-Jäger» auf dem Markt, sagt Nissan-Sprecher Michael Bierdümpfl. Der GT-R werde in Deutschland zu Preisen ab 74 990 Euro angeboten. Dafür gibt es neben Allradantrieb und Doppelkupplung einen neuen V6-Biturbo-Motor mit 3,8 Litern Hubraum und 353 kW/480 PS. Mit maximal 588 Newtonmetern beschleunigt das Coupé in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometer pro Stunde (km/h).

Kurz nach dem Nissan GT-R lässt auch Toyota wieder die Muskeln spielen. Im Geist des legendären Supra bringt die Schwestermarke Lexus im kommenden Jahr den LF-A an den Start. Der Zweitürer mit dem kantigen Design, den es auf verschiedenen Messen auch schon als Roadster-Studie zu sehen gab, hat nach Werksangaben einen V10-Motor, dessen Leistung bei «über 368 kW/500 PS» liegt. Nähere Angaben zu dem Spitzensportler, der gerade sein Debüt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gegeben hat, machte Toyota noch nicht.

Dritter im Bunde wird Honda. Der japanische Hersteller, der mit dem Alu-Coupé NSX schon einmal in derselben Liga wie Porsche, Ferrari & Co. spielte, will sich ein sportlicheres Image geben. Daher sei ein NSX-Nachfolger geplant, sagt Vorstandschef Takeo Fukui. Das neue Modell, das Fukui für das nächste Jahr avisiert, bekomme wie sein Vorgänger eine Karosserie aus Aluminium und werde von einem V10-Motor angetrieben. Wie viel Leistung dieses Aggregat haben wird, wollte Fukui noch nicht sagen. «Doch etwas mehr als 500 PS sollten es schon sein.» Außerdem sollen Allradantrieb und -lenkung an Bord sein.

Während Nissan, Toyota und Honda mit aller Macht in die Pole Position drängen, lassen es die übrigen Japaner etwas beschaulicher angehen: Mitsubishi plane zunächst keine Rückkehr ins Feld der Supersportwagen, sagt Sprecher Helmut Bauer in Hattersheim (Hessen). Stattdessen stillt die Marke den Leistungshunger der Kundschaft mit der zehnten Auflage des Lancer Evolution, dessen Vierzylinder-Turbo nun 217 kW/295 PS erreicht. Zwar sind 240 km/h in dieser Runde etwas dürftig. Doch mit einem Sprintwert von 5,4 Sekunden sieht die Limousine gar nicht so schlecht aus.

Auch Mazda schielt mit Studien wie zuletzt dem im Januar in Detroit enthüllten Furai immer wieder Richtung Rennstrecke. Für die nahe Zukunft allerdings schließt Sprecher Jochen Münzinger in Leverkusen einen Supersportwagen aus. Stattdessen kümmern sich die Japaner um das Coupé RX-8, das als einziges Serienmodell der Welt mit einem Wankelmotor fährt. Im Herbst bekommt der 170 kW/231 PS starke Zweitürer eine Modellpflege. Und hinter den Kulissen wird bereits die nächste Motorgeneration entwickelt, die in zwei bis drei Jahren in Serie gehen soll. Das Hauptziel der Ingenieure ist laut Münzinger «deutlich mehr Leistung bei deutlich weniger Verbrauch».

Zwar sorgen Sportwagenprojekte wie Nissan GT-R oder Honda NSX für viel Aufmerksamkeit. Doch ihre Erfolgsaussichten schätzen Experten wie Marktbeobachter Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen eher gering ein. Der NSX etwa sei früher schon mit ehrgeizigen Zielen gestartet und als kommerzieller Flop geendet, sagt Dudenhöffer mit Blick auf eine Jahresproduktion von rund 300 Autos. Auch den Nissan GT-R hält er nicht für ein langfristig tragfähiges Konzept, weil der Marke das richtige Image fehle. Einzig Toyota könne auf das Engagement in der Formel 1 bauen sowie die Technikkompetenz des Hybrid-Pioniers und das Image der Marke Lexus in die Waagschale werfen. «Allerdings wird auch der LF-A keine Verkaufsrakete.»

Während er bei Lexus zumindest noch eine Strategie für Markenpositionierung und Imagewerbung sieht, hält er die anderen Projekte «für reine Spielerei, die eher die Aufmerksamkeit von wichtigen Autos der Marken ablenkt». Davon werde weder der Nissan Micra noch der Honda Civic profitieren: «Solche Autos bleiben ein Hobby für die Ingenieure, die an der Entwicklung beteiligt sind.»

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Bisher noch eine Studie - die Serienversion des Lexus LF-A soll einen Zehnzylinder-Motor mit mehr als 368 kW/500 PS bekommen. (Bild: Lexus/dpa/tmn)

Vorbild für ein neues Sportmodell: Honda plant einen Nachfolger des Aluminium-Coupés NSX. (Bild: Honda/dpa/tmn)

Von 2009 an auch in Deutschland zu haben: Mit dem GT-R will Toyota Porsche Konkurrenz machen. (Bild: Toyota/dpa/tmn)

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