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Jazzsänger Kurt Elling stellt die Sinn-Frage

Berlin. Mit Liedern von Bob Dylan, Paul Simon und Peter Gabriel, aber auch Jazz-Klassikern fragt US-Sänger Kurt Elling nach dem Sinn des Lebens. Inspiriert wurde sein brillantes neues Album auch durch die Trump-Wahl 2016.

Jazzsänger Kurt Elling stellt die Sinn-Frage

Kurt Elling setzt sich mit den ganz großen Fragen auseinander. Foto: Anna Webber

Es soll um die großen Fragen gehen, in Songs, die der Grammy-dekorierte US-Sänger Kurt Elling auf seine ganz eigene souveräne Art präsentiert. „The Questions“ dürfte damit eines der herausragenden Vocal-Jazz-Werke dieses Jahres sein.

Es geht los mit Bob Dylans tiefgründigem, feinfühlig interpretierten „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“, das Albumproduzent Branford Marsalis auch noch mit seinem Saxofon adelt. Mit diesem politisch aufgeladenen Lied habe er „im November 2016 begonnen zu experimentieren, gleich nach der US-Wahl“, sagt Elling.

Weitere Stücke aus Pop und Rock folgen mit „American Tune“ (Paul Simon) und „Washing Of The Water“ (Peter Gabriel) - der manchmal zur Sprödigkeit tendierende Elling-Bariton wird in diesen Balladen ganz weich und zärtlich.

Auch Leonard Bernsteins Komposition „Lonely Town“ ist zum Niederknien schön gesungen, hier glänzt daneben Joey Calderazzo mit einem federleichten und doch gehaltvollen Piano-Solo. Beim Carla-Bley-Track „Endless Lawns“, den Elling selbst mit einem Text versehen hat, lässt Marquis Hill sein Flügelhorn hauchzart brillieren. Marsalis, Calderazzo und der zweite Pianist Stu Mindeman - beim Standard und American-Songbook-Highlight „Skylark“ (Mercer/Carmichael) zum Schluss - haben Soloauftritte in weiteren, teils lang ausgekosteten Stücken.

Ellings zweite Aufnahme für OKeh Records/Sony nach den Alben bei Blue Note (seit „Close Your Eyes“ 1995) und Concord (seit „Nightmoves“ 2007) ist eines der edelsten Werke dieses mit seinen 50 Jahren immer noch jung wirkenden Jazzsängers, er begeistert mit einer wunderbar stimmigen Auswahl von Kompositionen und Liedern. „Anfangs habe ich noch gar nicht gewusst, in welcher Verbindung sie einmal zueinander stehen könnten“, sagt der in Chicago geborene Künstler.

Als er mit Marsalis dann im Studio an den Stücken arbeitete, fiel ihm auf, dass sie sich allesamt in der einen oder anderen Weise mit großen Fragen auseinandersetzen: Was ist der Sinn des Lebens? Lohnt sich das Streben nach Glück? Wozu all der Schmerz, all das Leid? Das Ergebnis ist eine so faszinierende wie intelligente musikalische Abhandlung, geschmackvoll arrangiert und in erlesenem Sound-Gewand.

Konzerte: 18.04. Berlin, Quasimodo; 14.07. Unterföhring, Bürgerhaus

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