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John Neumeier verlängert als Ballettchef in Hamburg

Hamburg. John Neumeier zählt zu den renommiertesten Choreografen weltweit. Seit 1973 leitet der gebürtige Amerikaner das Hamburg Ballett. Jetzt verlängert der 79-Jährige seinen Vertrag erneut.

John Neumeier verlängert als Ballettchef in Hamburg

John Neumeier bleibt Hamburg als Ballettintendant und Chefchoreograf erhalten. Foto: Ulrich Perrey

Die Ära geht weiter: Ballett-Legende John Neumeier hat seinen Vertrag als Chef des Hamburg Balletts um weitere vier Jahre bis 2023 verlängert.

Am Montag unterzeichnete der gebürtige Amerikaner gemeinsam mit Kultursenator Carsten Brosda (SPD) einen entsprechenden Vertrag im Hamburger Rathaus. Damit ist der 79-Jährige der dienstälteste Ballettchef der Welt.

„Auch nach 45 Jahren an der Spitze des Hamburg Ballett sehe ich diese Position als außerordentlich faszinierende Lebensaufgabe an: für mich als Künstler und Choreograf, als Ballettintendant und nicht zuletzt als Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg“, sagte Neumeier. Seine geistige und physische Gesundheit erlaube es ihm, die Zukunft aktiv zu planen. „Die Kreativität hört nicht einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt auf“, meinte Neumeier. Mit seiner Entscheidung löse er auch vielfältige Erwartungen ein, auch von Gastspielpartnern in Tokio, Moskau und Wien.

Der Kontrakt des 79-jährigen Neumeier läuft 2019 aus. Der gebürtige Amerikaner zählt zu den renommiertesten Choreografen weltweit. Seit 1973 leitet er das Hamburg Ballett, das er zu Weltruhm führte. Compagnien in aller Welt tanzen seine mehr als 150 Choreografien. Gerade tourte seine Compagnie durch Japan, und sein Ballett „Anna Karenina“ feierte Premiere am Bolschoi-Theater in Moskau.

„John Neumeier und seine Compagnie ziehen mit ungebremster Kraft und Kreativität das Publikum in ihren Bann und sind in der ganzen Welt herausragende Botschafter der Kulturstadt Hamburg“, sagte Kultursenator Brosda. Mit dieser Entscheidung werde John Neumeier ein halbes Jahrhundert lang an der Spitze des Hamburg Ballett stehen – das sei „eine wahrhaft herausragende Leistung und eine künstlerisch einzigartige Ära“.

Zur weiteren Profilierung des Balletts werde die Compagnie bereits ab der Spielzeit 2018/19 um drei neue Tänzerstellen aufgestockt. Daneben werde die Stadt die Sicherung der Zukunft des Bundesjugendballetts sowie die dauerhafte Erhaltung der Sammlung und Stiftung John Neumeier, einer der größten privaten Ballettsammlungen der Welt, weiter verfolgen.

John Neumeier hat in der Ballettwelt alles erreicht, was ein Choreograph erreichen kann: Nach einem Engagement bei John Cranko in Stuttgart wurde er 1969 in Frankfurt der jüngste Ballett-Direktor Deutschlands, heute mit 79 Jahren ist er der dienstälteste Ballettchef der Welt.

Zu seinen mehr als 150 Choreographien zählen Neuinterpretationen von „Romeo und Julia“ oder „Illusionen - wie Schwanensee“, Biografien und Literaturvorlagen wie „Nijinsky“ oder „Tod in Venedig“ sowie Werke von Gustav Mahler oder Bachs „Matthäus-Passion“. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören der „Benois de la danse“ für sein Lebenswerk, die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hamburg und der japanische Kyoto-Preis.

Wie es mit dem Hamburg Ballett nach 2023 weiter gehen soll, ist noch offen. Seit 2015 steht Lloyd Riggins (49), langjähriger Erster Solist der Compagnie und Ballettmeister, Neumeier als stellvertretender Ballett-Direktor zur Seite. Würde es nach John Neumeier gehen, sollte der gebürtige Amerikaner auch seine Nachfolge antreten. „Ich würde Lloyd Riggins empfehlen, weil er ein sehr guter Organisator, Ballettmeister und anständiger Mensch ist, der von der Compagnie sehr respektiert wird und das Repertoire sehr gut kennt“, sagte Neumeier.

Kultursenator Brosda erklärte hingegen, welche Struktur und welche Form das Hamburg Ballett nach 2023 haben soll, müsse in den nächsten Jahren erarbeitet werden. „Jetzt haben wir die Zeit, um diese Fragen zu klären“, meinte Brosda.

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