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Karfreitagsprozessionen mit Aufruf gegen Hass und Gewalt

München. Das Leiden und Sterben Jesu: Daran erinnerten am Karfreitag in katholischen Gegenden wie Bayern Christen mit traditionellen Kreuzweg-Prozessionen. Die Predigten waren politisch geprägt - und sparten auch innenpolitische Debatten nicht aus.

Karfreitagsprozessionen mit Aufruf gegen Hass und Gewalt

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising. Foto: Andreas Gebert

Bei den Feierlichkeiten zu Karfreitag haben die christlichen Kirchen zu Frieden und Zusammenhalt sowie gegen Hass aufgerufen.

Ohne Freundschaft zwischen den Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedenen Glaubens gebe es in Deutschland keinen Zusammenhalt, sagte der Erzbischof von München und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. „Wir müssen offen sein für die Begegnung mit Muslimen“, so Marx angesichts der aktuellen Islam-Debatte. Die Kirche lehne jede Form des Hasses ab, egal ob religiösen oder politischen.

Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht, „führe nicht weiter“, sagte Marx zudem in einem „Focus“-Interview. Artikel vier des Grundgesetz gewährleiste die Freiheit der Religionsausübung. Ihn störe es, wenn bei Muslimen nur über ihre Religion geredet werde: „Sie sind zuerst Menschen, und dann kommt das Adjektiv.“

Marx nahm zusammen mit Tausenden Gläubigen am Kreuzweg der Völker durch die Münchner Innenstadt teil. Dabei lasen Christen verschiedenster Herkunft Bibeltexte und sangen Lieder in ihrer Muttersprache, unter anderem auf Russisch, Vietnamesisch und Arabisch.

„Hass und Gewalt sind nichts Normales“, erklärte auch der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. In seiner Predigt zu Karfreitag rief der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland zu Solidarität mit Verfolgten und Opfern von Gewalt auf. Der Weg der Gewaltfreiheit und der Liebe sei nicht naiv, sagte er unter Verweis auf die Worte Martin Luther Kings. „Lasst uns daran denken, wenn ganze Gruppen von Menschen in unserem Land ins Abseits gestellt werden sollen.“

In den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sprach sich Bedford-Strohm für eine Debatte mit Muslimen über den Umgang miteinander aus. „In Deutschland leben 4,5 Millionen Muslime. Da ist interreligiöser Dialog nicht Kür, sondern Pflicht“ sagte er.

Im unterfränkischen Lohr am Main (Landkreis Main-Spessart am Main) kamen Tausende Menschen zu der Jahrhunderte alten Karfreitagsprozession. Lebensgroße Figuren veranschaulichten die Stationen des Leidens und Sterbens Jesu.

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