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Kartenflut: Eine Verbandsliga sieht Rot

KREISGEBIET Eine Kartenflut überschwemmt die Verbandsliga 1. Bis zum neunten Spieltag mussten schon 31 Fußballer vorzeitig runter - gleich zwölf Spieler sahen den roten Karton, 19 Akteure bekamen die Ampelkarte. Im Vergleich zur Vorsaison ein drastischer Anstieg. Wir haben uns auf die Suche nach den Gründen gemacht.

von Von Henner Henning und Thomas Schulzke

, 02.10.2007
Kartenflut: Eine Verbandsliga sieht Rot

Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter zeigt exemplarisch Rot - die Kollegen in der Verbandsliga 1 tun es derzeit auch. Verstärkt.

Liegt es an einer schärferen Regelauslegung durch die Schiedsrichter oder ist das Spiel härter und unfairer geworden?

Sowohl Verbandsliga-Staffelleiter Hans-Dieter Schnippe als auch der Schiedsrichterlehrwart des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), Karsten Jonsson, verneinen eine Verschärfung der Regelauslegung. "Wir haben unseren Schiedsrichtern keine anderen Anweisungen vor der Saison gegeben als in den Jahren zuvor", erklären die beiden unisono. Doch gestehen Schnippe und Jonsson ein, dass gerade jüngere Schiedsrichter unter gewaltigem Druck stehen. "Wenn ein Schiedsrichter-Beobachter dabei ist, pfeifen manche etwas kleinlicher als üblich", sagt Schnippe.

Jedoch kann der Staffelleiter auch das Verhalten der Spieler nicht verstehen. "Wenn ein Akteur merkt, dass der Schiri kleinlich ist, muss sich der Spieler halt anpassen", sagt Schnippe und fordert ein Mitdenken der Aktiven. Andreas Höppner, Trainer von Emsdetten 05, schlägt in die gleiche Kerbe. "Die Spieler müssen schlauer werden und auf den Schiedsrichter reagieren."

"Alle wollen den Erfolg"

Der Druck bei den Schiedsrichtern sei aber nicht der alleinige Grund für die Vielzahl der Hinausstellungen. "Auch der Druck auf die Trainer und Spieler ist größer geworden. Alle wollen den Erfolg", erklärt Neuenkirchens Trainer Stefan Henning die Situation. Sein Kollege vom TuS Hiltrup, Michael Evelt, findet einen weiteren Punkt: "Die Gangart ist zwar härter, aber nicht unfairer geworden. Da die Schiedsrichter kleinlicher pfeifen, gibt es zwangsläufig mehr Platzverweise."

Um das Karten-Problem zu lösen, fordert Davensbergs Coach Heiko Ueding den Dialog zwischen den Verbandsverantwortlichen, den Schiedsrichtern und den Trainern. "Ich habe das Gefühl, dass das Maß verloren gegangen ist. Kleinigkeiten werden sofort sanktioniert, die Schiedsrichter legen alles auf die Goldwaage", bemängelt Ueding und fügt an: "Außerdem glaube ich, dass die Referees die Emotionen aus dem Spiel nehmen wollen, damit es ihnen nicht entgleist. Doch oft ist der Umkehrschluss das Ergebnis. Das prangere ich an, um die Situation zu retten."

Alle Parteien machen sich Gedanken, jetzt müssen sie nur das Heft in die Hand nehmen und handeln.

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