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Kind kontra DFL: 96-Boss fordert Neuordnung des Verbands

Hannover. Zwischen Martin Kind und der DFL gibt es atmosphärische Störungen. Der Clubchef von Hannover 96 macht vor einer Entscheidung über seinen 50+1-Antrag Druck. Der Ligaverband wiederum wirft Kind „irreführende Aussagen“ vor - die Kind so gar nicht getätigt hat.

Kind kontra DFL: 96-Boss fordert Neuordnung des Verbands

96-Präsident Martin Kind macht vor der DFL-Entscheidung über seinen 50+1-Antrag Druck auf die Deutsche Fußball Liga. Foto: Peter Steffen

Zwischen der Deutschen Fußball Liga und dem Clubchef von Hannover 96 gibt es weiter massive Spannungen. Martin Kind fordert in einem „Bild“-Interview eine Umgestaltung des Dachverbands der deutschen Proficlubs.

Die DFL wiederum wirft ihm in einer Antwort darauf „irreführende Äußerungen“ vor. Hintergrund ist der Antrag von Kind, eine Ausnahmegenehmigung von der sogenannten 50+1-Regel zu erhalten, um die Mehrheit an seinem Bundesliga-Club zu übernehmen.

„Das Verhältnis ist neutral. Ich empfehle jedoch zu gegebener Zeit eine zukunftsorientierte Neuordnung der Struktur der DFL“, sagte der 74 Jahre alte Unternehmer der „Bild“-Zeitung.

Kind hatte seinen Antrag bereits im Februar gestellt, dann jedoch erst einmal ruhen lassen. Der 96-Boss argumentiert, die Niedersachsen seit über 20 Jahren finanziell erheblich zu unterstützen und deshalb genauso behandelt werden zu müssen wie Dietmar Hopp bei seiner TSG Hoffenheim. Im Kern verhindert die 50+1-Regel, dass Investoren die Stimmenmehrheit in der Kapitalgesellschaft eines Clubs übernehmen dürfen. Langjährige Unterstützer wie Hoffenheims Mäzen Hopp können unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Kind erhöhte in dem „Bild“-Interview noch einmal den Druck und sagte über seinen Antrag: „Klar ist: Wird er wirklich abgelehnt, werde ich klagen. Durch alle Instanzen.“

Nach der Veröffentlichung des Interviews reagierte die DFL schnell und warf Kind „irreführende Äußerungen“ vor. „Fakt ist: Es gab und gibt keinen Deal“, schrieb die DFL in einer Stellungnahme. „Herr Kind hatte zuvor von sich aus seinen Ausnahmeantrag ruhend gestellt, ohne dass es seitens des zuständigen DFL-Präsidiums irgendwelche Zusagen gegeben hat.“

Diese Aussagen beziehen sich auf Mutmaßungen, Kind habe Zusagen erhalten, wenn er seinen Antrag noch vor der Mitgliederversammlung der Proficlubs im Februar wieder zurückzieht. Das hatte jedoch noch nicht einmal der 96-Boss behauptet. „Es war kein Deal“, sagte Kind und stellte später in einer Club-Mitteilung noch einmal klar: „Es hat weder einen Deal noch Absprachen mit der DFL gegeben. Andere Interpretationen sind abwegig und entsprechen nicht der Wahrheit.“

Kind sagte aber auch: „Es sollte eine ergebnisoffene Diskussion über 50+1 geben. Doch die blieb aus.“ Stattdessen stimmte die Mehrheit der Clubs im Februar überraschend für den Fortbestand der Regelung. Kind reichte seinen Antrag daher erneut ein. Experten rechnen damit, dass die 50+1-Regel fällt, wenn ein ordentliches Gericht entscheiden muss, weil sie unter Umständen gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstößt. Die DFL will nach eigener Aussage „zu gegebener Zeit“ entscheiden.

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