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Bilder einer inneren Welt

Bilderausstellung im Dormitorium

Miriam nennt sie sich schlicht. Ihre Bilder aber sind alles andere. Sie strotzen nur so vor Farbe und Geschichten, die zu entdecken sind. Und doch ist es eine „innere Welt“, die sich im Dormitorium öffnet.

Legden

, 12.04.2018
Bilder einer inneren Welt

„Yoga“ heißt diese großformatige Arbeit, an der Miriam über mehrere Jahre immer wieder gearbeitet hat. © Ronny von Wangenheim

Mit der Ausstellung „Halt finden“ startet der Asbecker Heimatverein in die Saison im Dormitorium. Miriam, Künstlerin aus Münster, zeigt hier ihre farbenkräftigen Arbeiten, die sich gut dem alten Gemäuer anpassen.

Auf der einen Seite faszinieren und erstaunen diese Frauen, Männer, Kinder und Tiere, die Miriams künstlerische Welt bevölkern. Zum anderen bietet das Ausstellungsthema „Halt finden“ genug Anknüpfungspunkte für eigene Assoziationen und Gedanken. Halt finden, Halt geben, die Suche nach Sicherheit, aber auch die innerlichen Beziehungsgeflechte, die uns Menschen verbinden – dem allen kann man als Betrachter nachspüren.

Schräg an der Wand

„Glaube an die Barmherzigkeit“ ist eines der zentralen Bilder, das sie schräg an die Wand gehängt hat und damit Bewegung im Raum und im Kopf erzeugt. Verschiedene Kulturen, verschiedene Glaubensrichtungen, so eine mögliche Lesart, treffen hier aufeinander.

Halt in der Kunst finden, das gilt sicher auch für Miriam. In ihrer Arbeit ist sie allerdings frei, verschwenderisch und ungezähmt. Die Farbe ist entscheidend. Mit ihr beginnt jede Arbeit. „Das reine Farbzusammenspiel funktioniert auch alleine. Aber es reizt mich das Figurative. Da kann ich mehr ausdrücken“, sagt Miriam. Aus den anfangs ungegenständlichen Bildern schälen sich irgendwann vor ihren Augen Figuren heraus. Dann kann es weitergehen. Modelle oder Skizzen gibt es nicht.

„Yoga“ ist dafür ein gutes Beispiel. 2000, 2015 und 2018 sind als Entstehungsjahre verzeichnet. Im abstrakten Farb- und Formenspiel, in dem wie so oft Rot dominiert, sind erst einmal eine Frau und ein Hund zu sehen. Doch dann entdeckt man Hände und Arme, Füße – ein heiterer Kommentar zu den Körperhaltungen, die Yoga mit sich bringt. Der Kopf einer Frau, ein Affe, die Katze – sie sind alle erst nach und nach in das Bild gekommen.

„Träumen ist wichtig“

Anatomische Genauigkeit reizt die Künstlerin nicht. Emotionen, gelebte Erfahrungen – das alles bringt sie mit. „Träumen ist wichtig und schön“ hat sie ein Bild genannt. Nicht von ungefähr fühlt man sich auch an Märchen erinnert. Und es wundert nicht, dass sie für das Theaterlabor Münster plastische Arbeiten geschaffen hat.

Draußen vor dem Dormitorium stehen weiterhin die Skulpturen von Ludger Maria Vongries – abstrakt, streng, aus Stahl und Holz. Auf ganz andere Weise fordern und fördern auch sie das Sehen. Das macht einen Besuch am und im Dormitorium umso spannender.

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