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Sieben Monate für notorischen Schwarzfahrer

Legdener Wiederholungstäter erneut vor Gericht

Eine lange Vorstrafenliste zeigt, dass ein 37-jähriger Legdener, der ständig „schwarz“ fährt, ein echtes Problem hat.

Legden

, 05.06.2018
Sieben Monate für notorischen Schwarzfahrer

© picture alliance / dpa

Am Ende der Verhandlung wurde die Richterin ganz ernst: „Sie müssen das beenden. Sie wollen doch nicht den Rest des Lebens im Knast verbringen, nur weil sie schwarzfahren.“

Und schwarzgefahren ist der 37-jährige Legdener eine ganze Menge in seinem Leben. Jetzt standen vor dem Amtsgericht Ahaus drei weitere Fälle an. Zwei davon waren Thema, weil sie ausgerechnet in die Zeit zwischen einer Verhandlung am Amtsgericht und der Berufungsverhandlung am Landgericht Münster fielen. Auch da ging es um das Erschleichen von Leistungen, wie das Delikt offiziell heißt. Der Legdener war beide Male nach Mülheim gefahren. Um Drogen bei seinem Stammdealer zu kaufen, wie er einräumte. Nach einer Therapie 2016 sei er rückfällig geworden.

Natürlich ohne Bewährung

Sechs Monate lautete damals das Urteil, das die Richterin unter Einbeziehen der neuen Taten auf sieben Monate erhöhte. Sie folgte damit dem Antrag des Verteidigers, die Staatsanwaltschaft hatte zwei Monate mehr gefordert. „Natürlich ohne Bewährung“, hatte der Verteidiger direkt eingeräumt. Das sei nicht realistisch. Sein Mandant habe eine „dauernde Beförderungserschleichungsproblematik.“

Der 37-Jährige verbüßt zurzeit eine Haftstrafe und ist bis November 2019 im offenen Vollzug. Für die Verhandlung reiste er mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Es war wohl Thema in der Justizvollzugsanstalt und auf dem Pferdehof, auf dem er arbeitet, dass er auf jeden Fall genug Geld für die Fahrkarten mitnahm.

Über 100 Fälle

Gegen den Angeklagten sprachen seine Vorstrafen. Eine Liste mit 15 Eintragungen seit 2001 trug die Richterin vor. Neben Delikten wie Betrug ging es über die Jahre vor allem immer wieder um Erschleichen von Leistungen, mal in 52 Fällen, mal in elf, mal in 22 Fällen und so weiter.

Für ihn sprach das Geständnis. Außerdem, so die Staatsanwaltschaft, habe er überzeugend dargelegt, dass er einen Plan verfolge, sein Leben in den Griff zu bekommen. „Ich will Betreuung haben nach der Haft. Ich will eine psychologische Therapie haben“, hatte er gesagt. Der Betreuer solle auch bei der Geldeinteilung helfen, so der Legdener. Damit immer genug Geld für ein Bahnticket da ist.

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