Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Lehrerverband: Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer sinnvoll

Berlin/München. Der Einsatz gegen Schulschwänzer schlägt weiter hohe Wellen. Während sich Eltern kritisch dazu äußern, bekommen die Behörden Rückenwind von Pädagogen.

Lehrerverband: Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer sinnvoll

Gerade vor Beginn der Ferien kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder die Schule schwänzen lassen. Foto: Roland Weihrauch

Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer vor Beginn der Pfingstferien in Bayern ist aus Sicht des Deutschen Lehrerverbands gerechtfertigt gewesen. Dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Die Polizeiaktion in Bayern war ein notwendiger Schuss vor den Bug der Eltern.

Ein sinnvolles Warnsignal, dass die Missachtung der gesetzlichen Schulpflicht nicht hingenommen werden kann.“ Ähnlich äußerte sich der Bayerische Realschullehrerverband. Der Bundeselternrat hatte den Einsatz dagegen als übertrieben bezeichnet.

Vor Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an Flughäfen in Bayern rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen ließen. Allein in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern, die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen, als die Kinder in den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle. Gegen die Eltern ist bei den zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet worden. Hintergrund der falschen Krankmeldungen ist, dass die Flugpreise nach Ferienbeginn oft deutlich höher sind.

Nach Einschätzung von Meidinger haben falsche Krankmeldungen vor und nach den Ferien in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Schulen selbst seien meist machtlos. Das Verhalten der Eltern, die sich nicht damit abfinden, dass Schulen Anfragen nach einem früheren Ferienbeginn ablehnen, bezeichnete Meidinger als „ethisch höchst bedenklich“. „Sie bringen ihren Kindern bei, dass man tricksen und sich über Regeln hinwegsetzen dürfe.“

Der Landesvorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), Jürgen Böhm, sagte, der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer sei richtig und logisch. „Aus gutem Grund gibt es in Deutschland die gesetzliche Schulpflicht, deren Missachtung ein klarer Verstoß ist, der nicht einfach mit einem zugedrückten Auge hingenommen werden kann.“ Der Polizeieinsatz könne Eltern auch bewusst machen, dass sie ihren Kindern gegenüber eine Vorbildfunktion haben.

Eine Mehrheit der Deutschen hält solche Polizeieinsätze unterdessen für angemessen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Tageszeitung „Die Welt“. Auf die Frage „Halten Sie Polizeikontrollen gegen Eltern, die mit ihren schulpflichtigen Kindern frühzeitig in die Ferien reisen, für angemessen?“ antworteten 60,8 Prozent mit „Ja“ oder „Eher ja“. 34,2 Prozent würden diese Maßnahme nicht oder eher nicht befürworten. 5 Prozent waren unentschieden.

Unterschiede zeigten sich bei Befragten mit und ohne Kinder im Haushalt. Diejenigen ohne Kinder befürworteten die Polizeikontrollen mit 62,7 Prozent deutlich stärker als diejenigen mit Kindern (54,5 Prozent).

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leipzig/Bamberg. Seit einer Woche wird eine junge Tramperin vermisst. Die Polizei geht von einem Tötungsverbrechen aus. Vom mutmaßlichen Opfer fehlt allerdings weiterhin jede Spur.mehr...

Berlin. Im Norden und Nordwesten soll es den Wetterexperten zufolge 15 bis 20 Grad warm werden. Im übrigen Land werden 21 bis 27 Grad erreicht - nur der Südosten macht mit Temperaturen von bis zu 31 Grad eine Ausnahme.mehr...

Karlsruhe. Sie wollen wissen, warum ihre Tochter tot ist, und erhoffen sich Aufschlüsse von ihrem Facebook-Konto. Doch darauf dürfen die Eltern seit mehr als fünf Jahren nicht zugreifen - aus Datenschutzgründen. Jetzt erreicht der Fall den Bundesgerichtshof.mehr...

Berlin. Ping, piep, blink: Das Smartphone im Bett raubt vielen Bundesbürgern laut einer repräsentativen Umfrage regelmäßig Schlaf. Von rund 4000 Befragten nutzte fast jeder Dritte (29 Prozent) vor dem Einschlafen im Bett noch ein Handy.mehr...

Leipzig/Bamberg. Seit Tagen wurde nach einer vermissten Tramperin aus Leipzig gesucht. Die Polizei geht inzwischen von einem Verbrechen aus, ein Verdächtiger wurde gefasst. Aber wo ist die gesuchte Frau?mehr...