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Flackern im Dunkel

LÜNEN Der Gesellschaft droht die geistige Erstarrung von Millionen alten Menschen. Die Arbeiterwohlfahrt schätzt den Anteil an Demenzranken in ihrem Seniorenzentrum auf über 30 v.H.. Mit dem preisgekrönten Theaterstück "Du bist meine Mutter" packt uns die AWO am Kinn, zwingt uns hinzusehen.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 29.06.2008

"Nicht nur die stationäre Altenpflege, die ganze Gesellschaft, steht aufgrund der demografischen Entwicklung und der dramatischen Zunahme an demenzkranken älteren Menschen vor einer gewaltigen Herausforderung", meinte AWO-Heimleiter Ludger Moor, der auch Leiter des in wenigen Wochen zu eröffnenden AWO-Pflegeheims der AWO an der Waltroper Straße werden wird.

Das Stück "Du bist meine Mutter", das den 1. Preis beim 6. Festival Freier Theater in NRW gewann, wird am Mittwoch, 2. Juli, um 18.30 Uhr im Festsaal an der Hermann Straße aufgeführt. "Du bist meine Mutter" ist leises, eindringliches Theater. Es erzählt vom Schmerz der Tochter über das unaufhaltsame Entrinnen der Mutter in das Dunkel der Demenz.

Schonungslos

Gisela Nohl gibt ihre Mutterrolle schonungslos. Sie spielt die körperlichen Gebrechen und den geistigen Verfall so eingemauert in Verlust und Schicksal, dass die zunehmende Distanz zwischen Mutter und Tochter zum eigentlichen Entsetzen des Ganzen gerät.

Dass Nohl auch die Tochter spielt, gibt der Inszenierung Dichte, Tempo und eine bestürzende Eindringlichkeit. Alles verweht, verstört, geht in einer radikal wirkenden Selbstverständlichkeit verloren. Dass die AWO auch im künftigen Pflegeheim an der Waltroper Straße, das kurz vor seiner Eröffnung steht, einen hohen Anteil Demenzkranker pflegen wird, trägt sie konzeptionell und räumlich nach den Worten des künftigen Leiters Rechnung. Wie Ludger Moor sagte, müssten in der Altenpflege heute schon die Antworten auf die Herausforderungen von morgen gegeben werden. 

Karten zum Preis von 5 Euro gibt es im Seniorenzentrum der AWO, in der Glückauf-Apotheke und in der Paracelsus-Apotheke.

 

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