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Jetzt ist der Lappen weg

90-jähriger Wilhelm Meier geht zu Fuß oder fährt mit dem Bus - freiwillig

30.05.2007

Zum einen, weil er seiner Nichte Jessica versprochen hat: «Wenn ich 90 werde, bekommst du mein Auto.» Jetzt steuert die 25-jährige angehende Zahntechnikerin den Opel vom Onkel durch Osnabrück. «Versprochen ist versprochen», meint Wilhelm Meier, der vor knapp drei Monaten, am 12. März, seinen 90. gefeiert hat - übrigens gleichzeitig mit der Eisernen Hochzeit. «Mit 90 kann ja immer was passieren. Man weiß ja nie. Und wenn er dann hinterm Steuer sitzt...», nennt Ehefrau Emmi (87) einen anderen Grund für die Rückgabe des Führerscheins. Am 29. April 1963 hielt Wilhelm Meier nach bestandener Prüfung den begehrten «Lappen» endlich in seien Händen. «Ich hatte das Auto ja nur, um damit ins Grüne zu fahren. Ich war Bergmann und da war man froh, wenn man mal anne Sonne kam.» Das Münsterland war ihr Revier. «Jeden Samstag und Sonntag sind wir rausgefahren.» Das erste Auto war ein Käfer. Und der hat Emmi und Wilhelm Meier auch in so manchen Urlaubsort gebracht. Zum Beispiel nach Berchtesgaden. «Tadellos», schwärmt Meier heute noch von seinem ersten Wagen. Jetzt ist der letzte Wagen schon zwei Monate weg. Wie geht´s im Alltag? «Busfahren», antwortet er. «Zum Einkaufen nehmen wir jetzt den Rollator», sagt sie, die den Wagen «schon ein bisschen vermisst.» Die Knie machen nicht so mit. «Wenn´s gar nicht geht, lassen wir uns die Sachen eben schicken», ergänzt sie. Nicht doch wieder Lust zu fahren? «Ich bin jetzt schon so lange nicht mehr gefahren. Und ich bin mir sicher, ich werde auch nicht mehr fahren», meint Wilhelm Meier bestimmt. Ob alle mit 90 den Führerschein abgeben sollten? Meier überlegt und nickt dann. Eigentlich schon. «Manche sollten ihn schon mit 50 abgeben», erinnert er sich an verschiedene Situationen, die er im Straßenverkehr erlebt hat. Den Führerschein nahm Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick mit. «Der wird entwertet und kommt dann zurück», erklärt er. Glückwünsche gab es von der Stellvertretenden VKU-Betriebsleiterin Corinna Ebbighausen, die mit VKU-Maskottchen Jonathan vorbeischaute und Wilhelm Meier eine Freikarte für zwei Monate überreichte. «Respekt» meinten auch der Vorsitzende der IG Wattenscheider Siedlung, Friedhelm Sieg, und Detlef Freyer, Vorsitzender der IGBCE-Lünen-Süd. In beiden Gruppen ist Meier Mitglied. hi