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Mit dem Ferienzug nach Bayern

LÜNEN Den ersten Urlaub vergisst man wohl nie. So geht es auch Horst Buchholz. Der 75-Jährige erinnert sich gern an den Sommer 1964 in Inzell.

von Von Beate Rottgardt

, 28.06.2008

"Das war unser erster Familienurlaub, der nicht zu den Verwandten nach Hamburg oder in die Lüneburger Heide ging", sagt Buchholz. Bevor Tochter Richarda, damals 6, in die Schule kam, ging es mit ihr, Ehefrau Hildegard und Sohn Holger (damals 4) nach Bayern.

"Ich arbeitete auf der Zeche Gneisenau und dort wurde Urlaub mit einer Art Ferienwerk angeboten", so Buchholz. Unter dem Motto "vom Ruhrgebiet in den Urlaub mit dem Ferienreisezug" startete die Familie aus Lünen-Süd nach Inzell.

Bergwanderung

"Wir haben dort bei einer Familie gewohnt, die sechs oder sieben Kinder hatte. Im Obergeschoss des Hauses hatte man zwei Zimmer für uns frei gemacht." Buchholz weiß noch genau, wie herzlich das Verhältnis zu den Gastgebern war. "Der Vater hat uns gezeigt, wo die Hirsche stehen und mit mir eine Bergwanderung gemacht. Alles kostenlos, weil es ihm Freude bereitete."

14 Tage verbrachte Familie Buchholz in Inzell. "Das Frühstück war mit drin und fürs andere Essen haben wir Marken bekommen, die wir dann in einem Restaurant unserer Wahl einlösen konnten." Viele Spaziergänge mit den Kindern standen auf dem Urlaubsprogramm vor 44 Jahren. "Wir waren mit ihnen auch auf der Alm, damit sie ein bisschen was von der Landwirtschaft mitbekamen." Abends ging's dann ins Wirtshaus, auch mal zu einem Heimatabend.

Nach Hessen

So schön der Inzell-Urlaub auch war, es blieb der einzige fremdorganisierte für Familie Buchholz. "Von da an sind wir mit der Bahn viele Jahre lang ins Hessenland gefahren, ins Dorf Wallenstein." Der 380 Einwohner zählende Ort bei Kassel bot vor allen den Kindern viel.

"Wir hatten unsere Zimmer im Dorfgasthaus und nach dem Frühstück waren die Kinder den ganzen Tag unterwegs." Tiere und Feldarbeit faszinierten Richarda und Holger. "Wenn wir gefragt haben, hieß es nur, wir müssen heut aufs Feld."

Auch in Wallenstein schätzte Familie Buchholz das herzliche Verhältnis mit den Einheimischen. "Das wurde erst ein bisschen anders, als man dort den Tourismus für sich entdeckte.

Als die beiden Kinder größer wurden, reisten Hildegard und Horst Buchholz 15 Jahre lang an den Bodensee, bis sie schließlich die Ostsee für sich entdeckten. Und der Strandkorb dort ist heute noch das liebste Ziel des Ehepaares aus Lünen-Süd.

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