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Schöne Zeiten anbaggern

LÜNEN Jedem Umbruch klebt Schweiß an der Backe und Dreck an der Hacke. Auch der Umbau des Schulhofs der Wittekindschule im Rahmen des Landesprojekts "Mach ma Platz" kommt ohne Bagger, Lärm, Staub und die verstörende Assoziation einer Kraterlandschaft nicht aus.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 27.06.2008
Schöne Zeiten anbaggern

Als Schulhof der Wittekindschule kaum wiederzuerkennen: Die ca. 2400 Quadratmeter, die für das Projekt „Mach ma´´ Platz“ neu gestaltet werden.

Passanten bleiben vor der aufregenden Baustelle an der Waltroper Straße stehen, staunen und versinken in Brüten:

Da war doch was. Da entsteht doch was. Da tut sich aber was.

Wie wahr: Der Schulhof tarnt sich als vorübergehende Riesen-Baugrube perfekt. Wenn die Ferien am 8. August zu Ende gehen, soll der Platz fertig sein. "Das wird ein ganz hartes Stück Arbeit, das kostet richtig Schweiß."

Vorarbeiter Sven Fante ("Wir arbeiten jeden Tag elf Stunden und das bald auch samstags") nimmt den inneren Kampf auf. Man hat keine Zeit. Nicht einmal für Zweifel. Ziel ist Ziel.

Kantsteine

Die Schulhoffläche von ca. 2400 Quadratmeter wurde schon komplett aufgenommen. Montag werden Kantsteine gesetzt. Am selben Tag kommt E.on, nimmt als Gas-Produzent die alte Gasleitung auf, die unter dem Schulhof verlief und durch die früher Kokerei-Gas zum Schacht vier in Tockhausen geströmt ist.

Die Umgestaltung des Platzes wird im Rahmen des vom Land ausgelobten Projekts "Stadt macht Platz - NRW macht Plätze" mit einer 80-prozentigen Förderung gepusht. Die Bruttobaukosten betragen ca. 550 000 Euro, die Planungskosten ca. 50 000 Euro.

Was passiert hier eigentlich? Die Planer bei Stadt und THS sehen ein multifunktionales "Verweil- und Erlebnis-Zentrum" im Schnittpunkt von alter Seilbahntrasse, Schulhof und Waltroper Straße entstehen.

Grüne Inseln, Ruhebänke, ein grünes Klasenzimmer und andere Elemente einer zur Beschaulichkeit animierenden Gestaltung sind vorgesehen.

Wichtiger Bestandteil der Planung ist der barrierefreie Zugang. Angelegt werden auf Platz und Weg flache Rampen, die auch für Rollstühle und Kinderwagen kein Problem sein dürften.

Für Vorarbeiter Sven Fante sind das alles noch Klänge einer fernen Zukunftsmusik.

Die Zeit hat ihn und seine Kollegen am Wickel: "Die Ferien sind schnell vorbei, um am 8. August fertig zu sein, müssen wir ganz schön Gas geben."

Prompt hält der fleißige Mann Wort. Schwingt sich auf seinen Bagger und gibt was? Gas.

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