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Transparent rief Polizei auf den Plan

Stein-Gymnasium: Aktion ?Stolpersteine"

12.05.2007

Um an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 zu erinnern, organisierte die Jahrgangsstufe 11 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums eine Gedenkveranstaltung, die bereits vormittags vorbereitet wurde. ?Erst brennen Bücher und dann brennen Menschen?, diesen Spruch von Heinrich Heine schrieben die Schüler auf ein großes Transparent und hängten es gegen 11 Uhr am ehemaligen Judenfriedhof an der Münsterstraße/Goethestraße auf. Diese Aktion war der Polizei aber scheinbar nicht bekannt. Als am Donnerstag um 15.55 Uhr eine aufmerksame Polizeistreife das Transparent an der Münsterstraße bemerkte, wurde es abgehängt und sicher gestellt. Wie die Pressestelle der Polizei auf Anfrage gestern mitteilte, ergebe sich in Absprache mit der Staatsanwaltschaft jedoch kein strafrechtlicher Hintergrund für das Anbringen des Transparentes, möglicherweise müsse es aber als Ordnungswidrigkeit eingeordnet werden. Gegen 21.30 Uhr begann die Nachtwanderung durch Lünen im Stein-Gymnasium mit einem ?Problemaufriss?. Einzelne Passagen aus damals verbrannten Büchern, wie etwa von Erich Kästner oder Antoine de Saint-Exupéry, wurden vorgelesen und mit Bildern illustriert. Sonja Schmitz (17) las das erste Kapitel aus Saint-Exupérys Titel ?Der 4. Planet?. ?Wir haben schon viele Ideen dazu beitragen können?, sagte Sonja im Gespräch mit unserer Zeitung. ?Ich persönlich finde das Thema interessant?, meinte auch Carla Dzierzega (17). ?Erich Kästner hat Geschichten mit Ironie, Witz und Heiterkeit geschrieben. Da stand ja eigentlich nichts Schlimmes drin?, sagten Viktoria, Yasmin und Martha, die aus dem Religionskurs der Jahrgangsstufe 11 die Aktion ?Stolpersteine? ebenfalls unterstützten und sehr gut fanden. Nach den Lesungen ermunterte der Religionslehrer Martin Loer die Teilnehmer zur Nachtwanderung mit den Worten: ?Wir wünschen Ihnen, dass Sie nicht stolpern, aber aufmerksam bleiben.? Zunächst ging es in die Lüner Altstadt zur Judengasse, die vorab mit zahlreichen Kerzen ausgeleuchtet wurde. Nach einem kurzen Moment des Innehaltens schritten die Teilnehmer mit nachdenklicher Mine nacheinander durch die schmale Gasse. Weitere Stationen zum Nachdenken war der Standort der damaligen Synagoge, das Judenmahnmal an der Lippe und der ehemalige Judenfriedhof an der Münsterstraße, wo ebenfalls Kerzen angezündet wurden. Beu

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