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Schuldeneintreiber irrten sich, die Polizei nicht

Kuriose Verwechslung in Nordlünen

Wenn man sich in der Tür irrt, kann das ungeahnte Folgen haben. Das passierte zwei Männern, die offensichtlich Schulden eintreiben wollten. Der Mann, den sie suchten, hatte deshalb zunächst Glück. Allerdings war das Glück nur von kurzer Dauer. Denn anstelle der Geldeintreiber kam schließlich die Polizei zu ihm.

LÜNEN

17.05.2018
Schuldeneintreiber irrten sich, die Polizei nicht

© picture alliance / Patrick Seege

Von einer Geschichte, wie sie ein Krimiautor kaum besser erfinden konnte, berichtet die Dortmunder Polizei. Die erhielt Dienstagabend (16. Mai) einen Notruf aus dem Wevelsbacher Weg in Nordlünen. Demnach sollen gegen 19:40 Uhr zwei unbekannte Männer versucht haben, die Tür eines Hauses mit Gewalt aufzudrücken.

Männernamen gerufen

„Dabei riefen sie unentwegt einen türkischen Männernamen“, so die Polizei. Der 38-jährigen Hausbewohnerin sei es gelungen, einen der Männer, der als sehr breit gebaut beschrieben wird, aus der halb geöffneten Tür zu drängen und die Tür hinter ihm zu schließen. Dann alarmierte sie ihren Ehemann und der rief die Polizei.

Im Haus nebenan

Als die Beamten eintrafen, waren die beiden Tatverdächtigen nicht mehr vor Ort. Allerdings gab die 38-jährige Frau an, dass sich die Männer vielleicht vertan hätten und einen Bewohner im Haus nebenan suchen würden. Seit kurzer Zeit wohne dort ein Mann. Die weiteren Ermittlungen beim 66-jährigen Nachbarn bestätigten diese Vermutung: Seit kurzer Zeit hatte bei ihm ein 29-jähriger Lüner Unterschlupf gefunden.

Auf Nachfrage gab er laut Polizeimitteilung an, Geldschulden bei jemandem zu haben und sich aus Angst nicht mehr in der eigenen Wohnung aufzuhalten. „Die Beschreibungen desjenigen, vor dem er Angst habe, stimmten mit der Beschreibung des breit gebauten Tatverdächtigen an der Haustür nebenan überein“, so die Polizei.

Zwei Haftbefehle

Offensichtlich hatte sich das Duo bei seinem Hausbesuch in der Hausnummer geirrt. Der 29-jährige Lüner entkam zwar so kurzfristig den Schuldeneintreibern, nicht aber der Polizei. Die stellte nämlich fest, dass gegen ihn zwei Haftbefehle (Fahren ohne Fahrerlaubnis und Betrug) vorliegen. „Die Polizeibeamten nahmen den Mann fest und verordneten ihm ein neues Versteck. Er sitzt nun im Polizeigewahrsam und ist zumindest in der nächsten Zeit vor überraschenden Hausbesuchen in Sicherheit“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Verdacht des Betruges

Allerdings schütze ihn der Aufenthalt in der Zelle nicht vor weiteren Ermittlungen. Es besteht der Verdacht des Betrugs. Vermutlich sei der Mann so in die Schuldenfalle gerutscht und habe sich deshalb gezwungen gesehen, vor unliebsamem Besuch abzutauchen und sich zu verstecken.

Die Ermittlungen gegen die beiden noch unbekannten Tatverdächtigen dauern ebenfalls an. Gegen sie wird wegen Hausfriedensbruch ermittelt.