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Lufthansa mit Gegenwind

Frankfurt/Main. Für den Lufthansa-Konzern geht es erstmals seit Jahren nicht mehr weiter aufwärts. Hohe Integrationskosten für Betriebsteile der Air Berlin und später gelieferte Flugzeuge wirken als Ballast.

Lufthansa mit Gegenwind

Für das Gesamtjahr rechnet Lufthansa bei harter Konkurrenz mit stabilen Durchschnittserlösen. Foto: Arne Dedert

Die Lufthansa hat ihren Steigflug vorerst beendet. Unter anderem wegen hoher Integrationskosten für Betriebsteile der insolventen Air Berlin kam der Konzern im ersten Quartal dieses Jahres geschäftlich nicht recht vom Fleck, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht.

Auch konnte das Angebot nicht wie geplant ausgebaut werden, weil Airbus-Flugzeuge wegen Problemen an den Triebwerken später ausgeliefert werden.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht den Dax-Konzern dennoch auf Kurs, den 2017 erzielten operativen Rekordgewinn (bereinigtes Ebit) von fast drei Milliarden Euro auch in diesem Jahr annähernd zu wiederholen. Positiv seien unter anderem die weiter sinkenden Kosten pro angebotenem Sitzkilometer und die bis zur Jahresmitte noch steigenden durchschnittlichen Ticketerlöse. Für das Gesamtjahr rechnet Lufthansa bei harter Konkurrenz mit stabilen Durchschnittserlösen.

Unter dem Strich fiel im ersten Quartal der jahreszeitübliche Verlust mit 57 Millionen Euro etwas geringer aus als vor einem Jahr, als Lufthansa mit einem Minus von 68 Millionen Euro in die wichtigere Sommersaison startete. Der Umsatz ging leicht um -0,7 Prozent auf 7,64 Mrd Euro zurück, was allerdings auf veränderte Regeln zur Rechnungslegung zurückzuführen ist. Ohne diesen Effekt wären die Erlöse um 4,5 Prozent gestiegen.

Gute Geschäfte der Netzwerk-Airlines Lufthansa und Swiss federten die auf mehr als 200 Millionen Euro gestiegenen Verluste der Billigtochter Eurowings und das Minus der Austrian ab. Eurowings muss Maschinen aus dem Nachlass der insolventen Air Berlin eingliedern sowie neue Besatzungen einstellen und schulen. Hier müsse man zunächst schnelles Wachstum vor Profitabilität stellen, erklärte Lufthansa-Finanzchef Ulrik Svensson. Auch der frühere Ostertermin dürfte dem Passagiergeschäft geholfen haben. Die Frachttochter Lufthansa Cargo konnte ihren operativen Gewinn fast verdoppeln.

Der angepeilte Ausbau des Flugangebots stockt allerdings. Wollte der Konzern sein Programm anfangs noch um 12 Prozent ausbauen, strich er die Pläne im März schon auf 9,5 Prozent zusammen. Jetzt sollen es nur noch 8,5 Prozent mehr werden. Wegen der immer zahlreicheren und preisgünstigeren Eurowingsflüge sinkt auch der durchschnittliche Erlös der Tickets.

Das fehlende Wachstum begründet der Konzern unter anderem mit Lieferproblemen beim Flugzeugbauer Airbus. Dessen neue Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe würden wegen technischer Probleme an den Triebwerken des US-Herstellers Pratt & Whitney mehrere Monate später ausgeliefert als geplant. Laut Finanzchef Ulrik Svensson bekommt Lufthansa in diesem Jahr nur sechs statt der eingeplanten zwölf Jets geliefert. Airbus werde dafür vertragsgemäß Entschädigungen zahlen, zu denen er aber keine Details nannte.

Am Finanzmarkt lösten die Nachrichten einen Kursrutsch aus. Bis Mittag verloren die Lufthansa-Aktien mehr als 5 Prozent auf 24,20 Euro. Sie hatten bereits nach ihrem Rekordhoch von 31,26 Euro im Januar deutlich nachgegeben.

Keine Neuigkeiten gab es zu einer möglichen Beteiligung an der Norwegian oder zum Erwerb der maroden italienischen Gesellschaft Alitalia. Svensson betonte, dass Lufthansa im italienischen Bieterverfahren lediglich ein Konzept und kein Angebot vorgelegt habe. Es sehe in einem Low-Cost-Betrieb deutlich weniger Flugzeuge und Mitarbeiter vor als derzeit. Wegen der schleppenden Regierungsbildung in Italien rechne er nicht mit schnellen Entscheidungen. „An Alitalia in ihrer heutigen Form sind wir nicht interessiert“, sagte Svensson.

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