Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Manfred Nikolaus: Daumen drücken für die WM

OLFEN Am Mittwoch (25. Juni) heißt es Daumen drücken für Manfred Nikolaus, Sylvia Schwabe und den Wallach Waiko, denn sie nehmen an der Weltmeisterschaft der Gespannfahrer mit Behinderungen in Greven-Bockholt teil.

von Von Heidi Tripp

, 24.06.2008

Rund 50 Handicapfahrer aus acht Nationen werden mit ihren Gespannen dabei sein. Vor zwei Jahren konnte sich Nikolaus in der Wertung der Einzelfahrer die Bronzemedaille sichern. Bei den NRW-Meisterschaften im Regelsport wurde das Gespann 2006 Kreismeister und 2007 konnte das Team einen dritten Platz verbuchen.

"Wenn es gut läuft haben wir eine Chance bei der WM", sagt der Pferdeliebhaber Nikolaus. Sein Herz gehört den Pferden schon so lange er denken kann. "Ich bin mit Arbeitspferden aufgewachsen und eigentlich schon immer geritten", erzählt der Gespannfahrer.

Nach seinem Arbeitsunfall vor zwölf Jahren sitzt er zunächst im Rollstuhl und an Reiten ist nicht mehr zu denken. Doch Nikolaus gibt nicht auf, sein erster Besuch nach dem Unfall gilt seinem Pferd. Er arbeitet hart an sich und lernt wieder an Krücken zu laufen und beginnt mit dem Kutschefahren.

Heute trainiert er mit seinem belgisch gezogenen Warmblut Waiko zwei Stunden täglich. Seit drei Jahren sind die beiden ein Team. "Das war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe ihn gesehen, mich dahinter gesetzt und dachte nur noch, wenn der Preis stimmt gehst du mit", erinnert sich Nikolaus. Waiko sei ein Pferd, das immer etwas tun wolle.

Sylvia Schwabe als Beifahrerin

Mit dem Kauf des Wallachs suchte Nikolaus eine Reitbeteiligung für Aarius, den er zuvor im Gespann gefahren hatte. So lernte er Sylvia Schwabe kennen, die heute seine Beifahrerin ist. "Ich habe vor zwei Jahren meine Fahrabzeichen-Lizenz erworben. Es hat mir einfach Spaß gemacht mit dabei zu sein. Besonders das Geländefahren finde ich sehr interessant, es ist ganz anders als reiten und eine schöne Abwechselung", erzählt Schwabe, die das Gespann auch auf den Trainingsfahrten begleitet.

Trainiert wird aber nicht nur im Gelände, sondern das Gespann begibt sich zum Trainer Uwe Damm nach Selm, um Dressur in der Bahn zu trainieren. Und auch vom Bundestrainer Ulli Hängemühl und von Manfred Tebbe, der die nicht behinderten Kaderfahrer des Landes NRW trainiert, lässt sich das Team coachen.

"Im Grunde genommen fahren behinderte und nichtbehinderte Fahrer nach den gleichen Regeln. Es gibt für die Handicapfahrer lediglich technische Vergünstigungen", erklärt der Fahrlehrer Uwe Damm. So würde es zum Beispiel nicht geahndet, wenn der Beifahrer die Leinen greift oder die Bremse tritt. Mehreren Aufgaben müssen sich die drei während der WM stellen.

Parcours auswendig lernen

So sieht die Dressuraufgabe vor, einen Parcours auswendig zu lernen und dann aus dem Gedächtnis zu fahren. Aber auch punktgenaues Anhalten und Rückwärtsrichten gehört dazu. Ebenfalls müssen Tore in richtiger Reihenfolge durchfahren und dabei darf die Zeit weder unter, noch überschritten werden. Und dann wartet da noch die Geländestrecke mit einem Wassergraben und zahlreichen Hindernissen auf die Sportler.

Dass alle drei ein gutes Gespann und ein eingespieltes Team sind, spürt man deutlich am Umgang miteinander. Waiko ist ein echtes Schmusepferd, läuft Nikolaus auch ohne Zügel hinterher und lässt ihn nicht aus den Augen.

Lesen Sie jetzt