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Marler gesteht Kokain-Schmuggel

Geschmuggeltes Kokain

Zwei Kilogramm Kokain hat ein Vater aus Marl von Brasilien nach Deutschland geschmuggelt. Die Reise tarnte er als Kurzurlaub. Das Rauschgift hatte er geschickt in seinem Koffer versteckt.

von Jörn Hartwich

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Essen/Marl

, 09.07.2018
Marler gesteht Kokain-Schmuggel

Ein Marler schmuggelte zwei Kilogramm Kokain von Brasilien nach Deutschland. Dafür muss er sich jetzt vor Gericht verantworten. © picture alliance / Bernd Thissen

Man hätte vielleicht schon merken können, dass irgendetwas nicht stimmen kann. Allein schon die Reiseroute: von Marl über Warschau nach Rio, von dort mit dem Bus nach Sao Paulo und schließlich über Brüssel zurück nach Marl. Und dann das Gepäck: Wer genau hingesehen hätte, dem wäre sicher aufgefallen, dass die Angeklagten mit Handgepäck abgereist und mit zwei Koffern wiedergekommen sind.

88.000 Euro Einkaufspreis

Doch zum Zeitpunkt der Reise standen die beiden weder unter Verdacht noch unter Beobachtung. So konnte auch niemand ahnen, dass sie zwei Kilo Kokain im Gepäck hatten. Der Einkaufspreis: 88.000 Euro.

Für das Rauschgift gab es im Innern des Koffers natürlich ein Geheimversteck. „Man brauchte einen Akkuschrauber, um es zu öffnen“, sagte der 53-jährige Marler am Montag vor dem Essener Landgericht.

Er selbst will später ein Kilo des weißen Pulvers weiterverkauft haben, den Rest bekam der Mann im Hintergrund, den der Angeklagte lieber nicht benennen möchte. „Er hat Angst“, sagte sein Verteidiger Siegmund Benecken den Richtern.

Rolle der Ex-Freundin unklar

Die Reise an den Zuckerhut war komplett bezahlt worden – inklusive aller Hotels. Außerdem gab es noch Geld auf die Hand. Die damalige Freundin und jetzige Mitangeklagte, die ebenfalls aus Marl stammt, war wohl nur zur Tarnung mitgeflogen. Ob sie Einzelheiten wusste, ist unklar. Sie will sich vor Gericht erst später äußern.

Der 53-Jährige hat sie allerdings schon mal in Schutz genommen. „Ich gehe natürlich davon aus, dass sie wusste, was läuft“, sagte er den Richtern. Sie habe damit aber nichts zu tun gehabt. „Ich habe ihr gesagt, dass wir in den Urlaub fahren.“

Drogenkonsum finanzieren

Von dem Gewinn aus dem Kokain-Verkauf will der Marler seinen eigenen Drogenkonsum finanziert haben. Neu war ihm das Geschäft nicht. Er hat bereits zugegeben, auch schon vorher Drogen verkauft zu haben – vor allem Marihuana und Amphetamin. Im Gefängnis saß der Ex-Bergmann deswegen auch schon. Der Prozess wird fortgesetzt.