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Matula - Der Schatten des Berges

München. Einst der junge, nun der alte Wilde: Claus Theo Gärtner alias Josef Matula kann's nicht lassen. Auch als Rentner schnüffelt er wieder dort herum, wo es am ungemütlichsten ist. Dieses Mal in den Bergen.

Matula - Der Schatten des Berges

Matula (Claus Theo Gärtner) beobachtet in der örtlichen Bierstube die Trauergemeinde und wird ebenfalls argwöhnisch beäugt. Foto: ZDF/Barbara Bauriedl

„Das ist bloß ein harmloser alter Mann ohne Beschäftigung - der tut nichts.“ Weit gefehlt - Josef Matula, einst Privatdetektiv an der Seite wechselnder Anwälte im ZDF-Dauerbrenner „Ein Fall für Zwei“, ermittelt bereits zum zweiten Mal solo.

Am Karfreitag (21.15 Uhr) läuft „Matula - Der Schatten des Berges“ im ZDF, und der von Claus Theo Gärtner verkörperte Schnüfflerrentner erweist sich für ein schnee- und damit touristenarmes Bergdorf als Heimsuchung.

Der Frankfurter strandet wegen einer Autopanne auf dem Weg ins sonnige Italien in dem einstigen „Wintersportparadies“ Tiefenbach. Dort entdeckt er schon beim ersten Spaziergang durch die schroffe Bergwelt einen Toten im Bach. Abgestürzt? Ein Unfall, konstatiert die örtliche Polizei zunächst, doch Matula weist nach, dass das nicht stimmen kann.

Polizist Janosch Grebe (Harald Windisch), der den Detektiv als harmlos eingeschätzt hat, muss sein Urteil revidieren und präsentiert ihm eine neue Lösung des Falls. Angeblich habe der verschuldete und getrennt lebende Martin Wiesner sich umgebracht, was Grebe aus Mitleid mit der Schwester des Toten, Nora (Marlene Morreis), vertuschen wollte - damit die Versicherung zahlt. „Das hier, das ist Heimat, da passt man aufeinander auf.“ Doch Matula ahnt, dass die ihn argwöhnisch beäugenden Dörfler mehr tun, als nur aufeinander aufzupassen.

Mitsamt Hund Dr. Renz (in Anlehnung an den ersten Partner in „Ein Fall für Zwei“) gräbt er tiefer und tiefer und zieht damit unweigerlich den Zorn aller im Dorf auf sich. Selbst der Pfarrer (Hans-Michael Rehberg, der Bischof aus „Pfarrer Braun“, in seiner letzten Fernsehrolle) kann oder will nicht helfen. Also muss Matula allein gegen die Dorf-Mafia kämpfen und landet schließlich auf der Flucht vor seinen Verfolgern angeschossen auf einer Sommerrodelbahn. Später dann noch der Showdown im Schlachtraum - geht's noch?

„Das macht immer noch Spaß“, sagt Gärtner zu den Actionszenen - auch mit fast 75. Matula dagegen tut sich im Film bereits etwas schwerer mit Hechtrollen durchs Fenster und hat auch schon mal Verspannungen beim Aufstehen - anders als Gärtner? „Ich glaube, Matula ist ein bisschen älter“, schmunzelt der Schauspieler. Nachdem er 2013 nach mehr als 30 Jahren als Detektiv in „Ein Fall für Zwei“ aufgehört hatte, kam 2017 das Comeback mit dem Solo-Krimi „Matula“.

Nun die Fortsetzung, genau ein Jahr später. Und ein dritter Film ist bereits in Planung. „Viel mehr Matula soll’s auch nicht sein“, sagt Gärtner. Immerhin bieten ihm die Filme einen Vorteil gegenüber der Freitagsserie: „Hier in diesem Matula-Film ist das ja anders, das kann man viel epischer erzählen, wir haben ja 90 Minuten und das ist schon ein großer Unterschied in der Erzählweise.“

Die Zuschauer haben seiner Ansicht nach noch nicht genug von dem unkonventionellen Ermittler: „Weil sie sich erstens an Matula gewöhnt haben und ihn deswegen, glaube ich, toll finden, weil er immer authentisch ist. Und nicht der Supermann, sondern sie wollen ihn gewinnen und verlieren sehen beziehungsweise umgekehrt, verlieren und gewinnen sehen.“ „Eine kontrastreiche, freche Figur“ sei der Mann in der Lederjacke, der fast 40 Jahre nach seinem ersten Fernsehauftritt angesichts der „Sehnsucht nach alten Figuren“ reif für den abendfüllenden Film sei, sagt ZDF-Redakteur Matthias Pfeifer.

Ohne juristischen Sparringspartner trägt Gärtner den Film allein. Die im Allgäu gedrehte Geschichte, deren Motive teilweise an den „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt erinnern, wirkt als Anti-Heimatfilm stimmig, die Atmosphäre im Frühlingsschnee (Gärtner: „Ich erinnere mich nur, dass es furchtbar kalt war.“) schwankt zwischen bedrohlich und bedrückend. Schmunzelmomente gibt es trotzdem, etwa wenn der Ermittler aus Frankfurt im Hotel Alpenhof mit der knorrigen Wirtin einen stillen Kampf ums hängende Kruzifix ausficht.

Mit seiner zwar traditionellen und eher bedächtigen, aber nicht langweiligen Erzählweise ist „Der Schatten des Berges“ am Karfreitag eine Alternative zu Horror- und Actionfilmen, die die Sender sonst oft bieten. Und Freitag, sagt Redakteur Pfeifer, ist auch Matula-Tag - immer noch.

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