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Dreijährige sagt vor Gericht gegen Vater aus

Missbrauch: Vater soll Tochter missbraucht haben

Bochum/Recklinghausen Am Bochumer Landgericht ist am Freitag tatsächlich ein dreijähriges Mädchen als Zeugin vernommen worden. Es musste gegen seinen Papa aussagen. Der steht wegen Missbrauchs vor Gericht.

Die Dreijährige war mir ihrer Mama ins Gericht gekommen und hatte ein Stofftier dabei. Ihren Papa hatte sie seit dessen Festnahme im vergangenen Dezember nicht mehr gesehen. Und dabei sollte es auch bei der Vernehmung bleiben.

Bevor das kleine Mädchen in den Verhandlungssaal gerufen wurde, musste der Angeklagte den Raum verlassen. „Es ist zu erwarten, dass es ansonsten nicht die Wahrheit sagen wird“, erklärte Richterin Isabel Hoffmann.

Das Kind befinde sich in einem Interessenkonflikt, den es aufgrund seines Alters nicht bewältigen könne. Einerseits müsse die Dreijährige erzählen, was der Angeklagte mit ihr gemacht hat, andererseits habe sie natürlich noch immer eine emotionale Verbindung zu ihrem Vater.

Angeklagter muss Sitzungssaal verlassen

Der 35-Jährige musste die Befragung seiner Tochter deshalb aus seinem anderen Sitzungssaal verfolgen. Dafür hatte ein Justizbeamter extra eine Videoleitung aufgebaut, die nur in eine Richtung funktionierte.

Der Angeklagte hatte einen Bildschirm und einen Lautsprecher vor sich, konnte aber selbst keine Fragen stellen oder dazwischenrufen. Außerdem wurden ihm aus Sicherheitsgründen Fußfesseln angelegt.

Der Angeklagte hatte gestanden, seine dreijährige Tochter Ende vergangenen Jahres sexuell missbraucht zu haben. Weil er die richtig schweren Vorwürfe jedoch bestritten hat, musste das Mädchen als Zeugin vernommen werden. Für die Dauer der Befragung war die Öffentlichkeit allerdings ausgeschlossen.

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