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Mit dem Dritten sieht man mehr: Das Huawei P20 Pro im Test

Berlin. Mit einer Drei-Kamera-Lösung beim neuen P20 Pro setzt der chinesische Technologie-Riese Huawei Maßstäbe. Foto-Freunde werden an dem ungewöhnlichen Konzept ihre Freude haben - und bekommen einen ersten Eindruck davon, wozu künstliche Intelligenz gut sein kann.

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Ach Sie wollen Pflanzen fotografieren? Die künstliche Intelligenz des Huawei P20 pro erkennt meistens, was sich vor der Linse befindet und stellt die Kamera darauf ein. Foto: Robert Günther

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Hilfe vom Computer: Je nach Motiv schlägt das Huawei P20 pro angepasste Kameramodi vor. Hier erkennt es Blumen. Foto: Robert Günther

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„Twilight“ nennt Huawei diese Effektlackierung des Huawei P20 pro, die irgendwo zwischen Türkis, Grün und Violett schillert. Foto: Robert Günther

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Was haben wir denn da? Huawei setzt beim P20 pro nun auch auf die charakteristische Display-Beule Notch. Foto: Robert Günther

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Ein Stückchen Zeitgeist: Oben ins Display ragt eine kleinere Ausgabe des Notch hinein. Hier stecken die Selfie-Kamera und der Lautsprecher des Huawei P20 Pro. Foto: Robert Günther

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Nichts für kleine Hände. Die meiste Zeit wird man das Huawei P20 pro mit zwei Händen bedienen müssen. Foto: Robert Günther

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Eine gewisse Design-Anleihe beim großen Konkurrenten Apple kann das Huawei P20 pro nicht verleugnen. Foto: Robert Günther

Ganz schön smart. Gleich beim ersten Foto mit der Kamera-App erkennt Huaweis neues Top-Smartphone P20 Pro, was es vor der Linse hat: einen Teller Pasta. „Essen“ schlägt die künstliche Intelligenz (KI) vor und passt die Bildeinstellungen an. Das Fotoergebnis kann sich sehen lassen.

Mit dem P20 Pro hebt Huawei die Smartphone-Fotografie auf eine neue Stufe. Während sich Doppelkameras in der Oberklasse weitgehend etabliert haben, setzen die Chinesen bei ihrem neuen Spitzenmodell nun auf gleich drei Kameras: einmal 40, einmal 20 und einmal 8 Megapixel, dazu Blendenöffnungen von f2,4 bis f1,6.

Bilder mit 40 Megapixeln spuckt das P20 Pro aber nur aus, wenn man dies in den Einstellungen explizit auswählt. Standardmäßig werden die Bildinformationen mehrerer Pixel zusammengefasst. Daraus entsteht ein 10-Megapixel-Bild mit mehr Lichtausbeute und Bildschärfe. Mit dem P20 Pro lassen sich auch bei wenig Licht scharfe Fotos mit leuchtenden Farben schießen. Und durch die Kombination der Kameras wird auch nahezu verlustfreies Zoomen mit fünffacher Vergrößerung möglich. Unter dem Strich kann die Triplekamera mit ausgereifter Software in fast allen Situationen mit beeindruckenden Fotos überzeugen.

Hinzu kommt die eingangs erwähnte KI. Das P20 Pro erkennt, was sich vor den Linsen befindet. Ob Blumen, Essen, Landschaften, blauer Himmel oder auch Katzen: Motive werden bis auf wenige Ausnahme zuverlässig erkannt und die Kamera stellt sich entsprechend ein. Richtet man die Kamera auf Menschen, schaltet sie flott in einen Porträtmodus mit dem angesagten Bokeh-Effekt, also einem unscharfen Hintergrund. Beim Huawei Mate 10 Pro wurden solche Fähigkeiten vergangenes Jahr schon angekündigt, ohne jedoch bei der Nutzung wirklich aufzufallen. Wer nicht auf die KI vertrauen will, findet auch einen gut ausgestatteten Pro-Modus mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Jenseits des Kamera-Trios hat das P20 Pro nahezu alles, was ein aktuelles Smartphone braucht. Dazu gehört vor allem das fast randlose 6,1-Zoll-OLED-Display im 18,7:9-Format mit 2240 zu 1080 Pixeln Auflösung. Dazu gibt es die charakteristische Ausbuchtung (Notch), die Huawei allerdings deutlich schmaler gestaltet hat als Vorreiter Apple. Wer diese Display-Beule mit Kamera und Lautsprecher nicht mag, kann in den Einstellungen rechts und links von ihr das Display schwarz einfärben und sie damit verschwinden lassen.

Im Inneren des P20 Pro steckt Huaweis Prozessor-Eigenentwicklung Kirin 970, der von aktuellen Apps und Spielen kaum ausgereizt wird, dazu gibt es 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 128 GB Speicher für Apps, Fotos und Musik. Einen zusätzlichen Speicherkarten-Steckplatz gibt es nicht, dafür lockt beim Einrichtungsprozess Huaweis Cloud mit etlichen weiteren GB. Praktisch: Bei dem Smartphone handelt es sich um ein Dual-SIM-Gerät, bei dem beide Anschlüsse LTE beherrschen. Die Einrichtung und Verwaltung der beiden SIM-Karten ist durch die Systemsoftware denkbar einfach gelöst.

Im Alltag hält das P20 Pro bei einer gemischten Nutzung aus Chats, Internetseiten aufrufen, einigen Anrufen und gelegentlichem Spielen locker einen Tag durch. Drahtlose Ladung ist nicht verfügbar. Etwas schlecht platziert ist der Fingerabdrucksensor unterhalb des Displays, der bei Einhandbedienung schwer zu erreichen ist.

Einen gemischten Eindruck hinterlässt EMUI 8.1.0, Huaweis Android-Benutzeroberfläche. Sie bietet viele praktische Extras wie Virenscanner, App-Klons und andere Bedienhilfen, wirkt aber im Vergleich zum puren Google-Android unübersichtlich und sperrig. Ab Werk sind außerdem etliche unnütze Eigenlösungen für Apps wie Kalender oder Mail installiert, die es dann auch noch mal - und meist besser - als Google-App gibt.

Fazit: Wer sich von den leichten Designanleihen beim aktuellen Apple-Flaggschiff nicht gestört fühlt und ausreichend große Hände hat, sollte sich das Huawei P20 Pro einmal ansehen. Die Verarbeitung ist tadellos, die Leistung auf der Höhe anderer aktueller Spitzenmodelle. Wirklich herausragend ist die Triplekamera mit vielen Extrafunktionen, gutem Zoom und hilfreicher KI-Unterstützung.

Der Preis von rund 850 Euro aufwärts ist allerdings stolz. Eine günstigere Alternative ist das Huawei P20 im nahezu gleichen Format, dafür aber mit „nur“ zwei Kameras, weniger Arbeitsspeicher und ohne OLED-Display für rund 570 bis 600 Euro.

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Ach Sie wollen Pflanzen fotografieren? Die künstliche Intelligenz des Huawei P20 pro erkennt meistens, was sich vor der Linse befindet und stellt die Kamera darauf ein. Foto: Robert Günther

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Ein Stückchen Zeitgeist: Oben ins Display ragt eine kleinere Ausgabe des Notch hinein. Hier stecken die Selfie-Kamera und der Lautsprecher des Huawei P20 Pro. Foto: Robert Günther

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