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Patientenschützer: strengere Kontrollen für Krebs-Apotheken

Nach dem Urteil gegen einen Bottroper Apotheker wegen gepanschter Krebsmedikamente fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz deutlich strengere Kontrollen für die Branche. „Für die bundesweit 330 Schwerpunktapotheken muss es eine umfassende Überwachung und Kontrolle geben“, forderte Vorstand Eugen Brysch am Freitag in Dortmund. Die neuen Transparenz-Regeln, die NRW im vergangenen Jahr als Reaktion auf den Bottroper Fall eingeführt hat, seien „Scheinlösungen“.

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Essen

, 06.07.2018

Apotheken, die Krebsmedikamente herstellen, müssten viermal im Jahr unangekündigt kontrolliert werden, forderte Brysch. Außerdem müssten zur Sicherung mögliche Beweise nicht verbrauchte Krebsmedikamente zentral verwahrt werden - so könnte im Nachhinein bewiesen werden, ob die vom Arzt verschriebene Wirkstoffmenge darin enthalten war.

Das Landgericht Essen hatte Apotheker Peter S. am Freitag zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter waren überzeugt, dass in der Apotheke des 48-jährigen in Bottrop Infusionslösungen gestreckt, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet wurden. Im Urteil ist von mehr als 14 000 Medikamenten die Rede, die in ihrer Qualität nicht unerheblich gemindert waren.