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„Ein Baum, den wir auf Dauer nicht halten können“

Amerikanische Eiche wird nicht gefällt

„Einen gesunden Baum zu fällen, kommt nicht in Betracht.“ Diesen Grundsatz vertrat Georg Baumeister (UWG) im Bauausschuss. Und nicht nur er.

Raesfeld

, 19.04.2018
„Ein Baum, den wir auf Dauer nicht halten können“

Diese Amerikanische Eiche an der Straße St. Sebastian soll vorerst nicht gefällt werden. © Foto: Berthold Fehmer

Auf Widerstand stießen die Pläne der Verwaltung, eine Amerikanische Eiche an der Straße St. Sebastian zu fällen. Dieser habe nicht genügend Raum und könne die Verkehrssicherheit gefährden – so lautete die Begründung (wir berichteten). Doch die Politik sah das anders.

Selbst Theo Passier, Chef der Bauverwaltung, nannte den Baum „eine wunderschöne Amerikanische Eiche“. Sagte aber auch: „Ein Baum, den wir auf Dauer nicht halten können.“ Vor etwa drei Jahren hatte er bereits einen Plan vorgestellt, wie man dem Baum, der zwischen Fahrbahn und Fußweg eingepfercht ist, mehr Raum geben könnte. Doch der Politik erschienen die dafür erforderlichen 40.000 Euro zu viel. Der Baum habe bereits die Straße angehoben, ebenso den Fußweg, so Passier: „Der Baum ist relativ jung, er wird mindestens noch mal doppelt so groß.“

Selbst wenn man die Fahrbahn verenge, um dem Baum mehr Raum zu geben, sei laut eines Baumsachverständigen zu befürchten, dass über den empfindlichen Wurzelbereich ein Pilz den Baum befallen könne, sagte Passier. „Schweren Herzens“ mache man deshalb den Vorschlag, den Baum zu fällen, wolle aber acht neue Buchen an der Straße pflanzen.

Ähnliche Bäume

Ähnliche Bäume könne man aber auch etwa vor der Sebastian-Schule oder dem Autohaus Gudel finden, entgegnete Jochen Welsing (CDU). „Wir dürfen nicht nur über diesen einen Baum sprechen, sondern genauso über die anderen Bäume auch. Wir tun uns sehr schwer damit, diesen Baum zu fällen.“ „Der Baum muss erhalten bleiben“, pflichtete Klaus Rybarczyk (SPD) bei. SPD-Mitglieder hätten sich die Situation vor Ort angeschaut: „Sogar mit einem Rollstuhl gibt es auf dem Weg kaum Beeinträchtigungen.“

Bernhard Bölker (CDU) sah hingegen eine Gefahr. Der Baum könne doppelt so dick werden und im Sommer in belaubtem Zustand für einen möglichen Sommersturm eine enorme Angriffsfläche bieten. Im Spätsommer solle das Thema noch einmal im Ausschuss behandelt werden.

Man könne das Thema zurückstellen, sagte der Erste Beigeordnete Martin Thesing. Doch die Gemeinde sei verpflichtet, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Man werde mit dem Versicherungsverband über das Thema sprechen. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, die Fällung zurückzustellen und Mittel für die Pflanzung von Buchen in den Haushalt 2019 einzustellen.