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Kindergärten sollen erweitert werden

Betreuungsplätze werden in Raesfeld knapp

Nicht einmal ein Jahr ist die Kita „Villa Purzelbaum“ in Raesfeld in Betrieb. Nun wird bereits über einen Anbau nachgedacht. Auch in Erle soll sich etwas tun.

Raesfeld

, 08.05.2018
Kindergärten sollen erweitert werden

Auch am Nikolaus-Kindergarten in Erle soll ein Anbau Platz für zwei weitere Gruppen schaffen. © Foto: Berthold Fehmer

Es waren eine Menge Zahlen, die Markus Grotendorst vom Kreisjugendamt am Montagnachmittag dem Raesfelder Ausschuss für Schule und Bildung vorlegte. Darüber, wie sich die Kinderzahlen in Raesfeld entwickelten und vermutlich weiter entwickeln werden. Und darüber, was Eltern heutzutage an Betreuung für ihre Kinder wünschen. Das Fazit aus der Zahlenkolonne: Es gibt Handlungsbedarf.

674 U3- und Ü3-Kinder gab es 2017 in Raesfeld. 2022 sollen es laut Prognose 729 Kinder sein. Im Ortsteil Raesfeld steigt die Zahl von 491 (2017) auf 531 (2022), in Erle von 183 (2017) auf 208 im Jahr 2023. Die absoluten Zahlen sind aber nicht die einzigen, die eine Veränderung der Betreuungsangebote bedingen. Auch werde der Betreuungsbedarf immer höher, so Grotendorst, der belegte, dass der Anteil der Eltern, die eine 45-Stunden-Betreuung wünschen, allein in den vergangenen zehn Jahren im Kreis von 14,6 auf 41,7 Prozent gestiegen sei. Tendenz steigend. In Raesfeld liegt die Zahl bei 53,4 Prozent. „Überdurchschnittlich“, so Grotendorst.

Den Rechtsanspruch auf Betreuung habe man für das Kindergartenjahr 2018/19 sicherstellen können, so Grotendorst. Dies sei gelungen durch die Umstrukturierung von Gruppen in Kitas, die Nutzung von gesetzlich erlaubten Überbelegungsmöglichkeiten oder auch die halbe Übergangsgruppe in der Kita St. Silvester.

Zeitdruck

Es gebe aber „einen Zeitdruck für die Errichtung dauerhafter Ressourcen“, so Grotendorst zur weiteren Sicherung des Betreuungsangebots. „Überbelegung ist dauerhaft pädagogisch nicht sinnvoll und nicht ausreichend.“ Zudem müssten die Kitas eine ausgewogene Altersstruktur herstellen.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, dass die Verwaltung alles Notwendige für die Schaffung zusätzlicher Kindergartenplätze in Raesfeld und Erle in die Wege leiten wird. In Raesfeld wolle man die Kita „Villa Purzelbaum“ mit einem Anbau um zwei Gruppen erweitern, so Bürgermeister Andreas Grotendorst. Man stehe bereits mit dem DRK in Gesprächen, dessen Haus in der Nachbarschaft der Kita an der Straße „Zum Michael“ einem Anbau weichen müsste. „Das Dach ist eh undicht“, sagte Grotendorst. Auch der Nikolaus-Kindergarten in Erle soll mit einem Anbau für rund 800.000 Euro um zwei Gruppen erweitert werden, wobei das auf dem Gelände möglich ist.

Kindergärten sollen erweitert werden

Die Raesfelder Politiker wollen Kleinkinder und ihre Eltern nicht hängen lassen. Deshalb soll die Möglichkeit eines Anbaus für zwei weitere Gruppen an der gerade mal zwei Jahre alten Kindertagesstätte Villa Purzelbaum (Foto) in Raesfeld geprüft werden, um genügend Kapazitäten für die Betreuungswünsche zu schaffen. © Marie Rademacher

„Wir wollen bewusst ein bisschen mehr machen“, sagte Grotendorst angesichts der Möglichkeit, dass es Überkapazitäten geben könnte. „In Erle wird das der Fall sein.“ Aber man wolle auch nicht jedes Jahr eine weitere Gruppe hinzufügen.

Elke Rybarczyk (SPD) benannte den Mangel an ausgebildeten Erziehern als Problem: „Verlässlicher Personaleinsatz wird die größere Herausforderung gegenüber dem Bau der Plätze sein.“ Markus Grotendorst sagte, dass die Träger gefordert seien, Ausbildungsstellen anzubieten. Und zudem gesetzliche Möglichkeiten ergriffen werden sollten, ausländische Abschlüsse anzuerkennen oder Kinderpflegerinnen miteinzubinden. „Es wird keine kurzfristigen Lösungen geben. Die Träger sind aufgefordert, die Attraktivität des Berufs mit zu beeinflussen.“ Für Raesfeld sei die Personalsituation nicht so dramatisch, sagte Andreas Grotendorst. Die Villa Purzelbaum vom Kreissportbund habe sogar noch „Bewerbungen auf Halde liegen“.