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Razzien gegen Schleuserbande: Betrug mit Bildungsvisa

Im Kampf gegen illegale Einreise nach Deutschland hat die Bundespolizei erneut Maßnahmen ergriffen. Im Visier steht eine deutsche-syrische Schleuserbande.

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Dresden/Pirna

, 20.06.2018
Razzien gegen Schleuserbande: Betrug mit Bildungsvisa

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/Archiv

Erst Scheinehen, nun Bildungsvisa: Mit Durchsuchungen in Sachsen und Nordrhein-Westfalen hat die Polizei erneut einen Schlag gegen illegale Einwanderung nach Deutschland geführt. Eine Woche nach der Razzien wegen Scheinehen ging die Bundespolizei am Mittwoch gegen eine deutsch-syrische Schleuserbande vor. Die sechs Männer sollen mit erschlichenen Bildungsvisa illegal Syrer nach Deutschland gebracht haben, wie die Bundespolizei in Pirna mitteilte. Rund 50 Einsatzkräfte durchsuchten elf Objekte mit dem Schwerpunkt Dresden sowie in Leverkusen.

Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle führt seit mehreren Monaten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern. Tatverdächtig sind zwei Deutsche aus Dresden und Bad Schandau im Alter von 57 und 65 Jahren sowie vier Syrer im Alter zwischen 20 und 34 Jahren.

Die erschlichenen Visa seien in der deutschen Botschaft in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) beantragt worden, hieß es. Dort lebe auch der neben den beiden Deutschen haupttatverdächtige Syrer, teilte die Bundespolizei auf Nachfrage mit. Die Visa für Studienzwecke seien zur Einreise nach Deutschland genutzt worden, um in der Folge zumeist einen Asylantrag zu stellen. Die Beschuldigten sollen dazu bis zu drei Scheinfirmen betrieben haben, um den vorgetäuschten Studienabsichten einen legalen Anschein zu geben.

„Dies zeigt einmal mehr, wie vielfältig das Betätigungsfeld von Schleusern ist, und dass es, wie hier geschehen, offensiv durch die Bundespolizei bekämpft wird“, sagte Markus Pfau, Leiter der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle.

Die Einsatzkräfte der Bundespolizei durchsuchten in den Morgenstunden elf Objekte der Hauptbeschuldigten. Die Beamten beschlagnahmten nach eigenen Angaben zahlreiche Beweismittel wie Unterlagen und Datenträger. Festnahmen habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage.

Vor Wochenfrist hatte die Polizei Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg durchsucht. Dabei war es um Beweismittel gegen zwei Inder und einen Mann aus Pakistan gegangen, die Landsleuten mit gefälschten Heiratsurkunden die Einreise und den Aufenthalt in der EU ermöglicht haben sollen.