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Reemtsma-Sohn Johann Scheerer stellt Buch in Hamburg vor

Hamburg. In seinem Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ erzählt Johann Scheerer, wie er die Entführung seines Vaters erlebt hat. Damit möchte er auch sein eigenes Leben entmystifizieren

Reemtsma-Sohn Johann Scheerer stellt Buch in Hamburg vor

Johann Scheerer im Literaturhaus Hamburg. Foto: Christian Charisius

Für den Hamburger Musikproduzenten Johann Scheerer war das Schreiben des Buches über die Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma ein Akt der Selbstbestimmung.

„In Zeiten des Internets ist es mir nicht möglich, nicht mit dem Namen (Reemtsma) verbunden zu sein“, erklärte der 35-Jährige am Mittwoch bei einer Lesung seines Werkes „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ in Hamburg. Es sei jeweils nur eine Frage der Zeit gewesen, bis neue Bekannte von seinem familiären Hintergrund erfahren hätten. Das habe immer wieder zu sehr anstrengenden Situationen geführt.

Das Buch sei eine Aufforderung zum Gespräch. Es gehe darum, sein Leben zu entmystifizieren und sprechbar zu machen, sagte Scheerer im Gespräch mit „Spiegel“-Autor Martin Doerry im ausverkauften Hamburger Literaturhaus.

Scheerer las mehrere Passagen aus seinem Buch, das nur der Verlag als „Roman“ bezeichnet habe. Darin erzählt der Autor, wie er als 13-Jähriger die Entführung seines Vaters erlebte. Der Literatur- und Sozialwissenschaftler war im März 1996 in Hamburg entführt und nach 33 Tagen gegen ein Lösegeld von 30 Millionen Mark wieder freigelassen worden.

Bereits im Jahr darauf hatte er selbst in einem Buch mit dem Titel „Im Keller“ seine Erfahrungen geschildert. Bei der Lesung ihres Sohnes waren auch Reemtsma und seine Frau Ann-Kathrin Scheerer im Publikum.

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