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„Reseba“: Eine jesidische Liebe in Zeiten des IS-Terrors

Berlin. Ein jesidisches Paar freut sich auf seine Hochzeit. Dann überfällt in dem Film „Reseba - The Dark Wind“ die Terrormiliz IS das Dorf der beiden. Nichts ist mehr wie zuvor.

„Reseba“: Eine jesidische Liebe in Zeiten des IS-Terrors

In Hussein Hassans Film „Reseba - The Dark Wind“ geht es um das Schicksal der Jesiden nach einem Überfall der Terrormiliz IS. Foto: Yonhap/YONHAP

Reko und Pero wollen heiraten, die Väter haben ihr Einverständnis gegeben. So wie es Brauch ist unter den Jesiden in einem Dorf im Norden des Iraks.

Kurz darauf aber überfallen IS-Terroristen den Ort, Kinder und Frauen werden entführt - unter ihnen auch Pero. Die überlebenden Einwohner flüchten, viele finden sich in einem Zeltlager wieder. Der Film „Reseba - The Dark Wind“ erzählt von der verzweifelten Suche Rekos nach seiner Verlobten und dem Schicksal der Jesiden, einer religiösen Minderheit.

Der jesidische Glaube ist die Ursprungsreligion der Kurden. Er ist vor allem im Nordirak, aber auch im Iran, in der Türkei und in Syrien verbreitet. Im Vorspann des Films des Regisseurs Hussein Hassan wird eingeblendet, dass „Reseba“ auf tatsächlichen Ereignissen basiert. So hatten IS-Extremisten das Sindschar-Gebirge im Irak im Sommer 2014 überrannt und dabei Tausende Jesiden getötet oder verschleppt. Zehntausende Menschen flohen. Die IS-Terroristen verfolgen die Jesiden als „Teufelsanbeter“.

In „Reseba“ agieren die IS-Kämpfer als schwarz-maskierte brutale Horde, der Film gibt ihnen kein Gesicht. Die entführten Frauen verkauften die Extremisten als Sklavinnen, so ergeht es auch Pero (Diman Zandi). Reko (Rekesh Shabaz) lässt nichts unversucht, sie zu finden. Schließlich entdeckt er seine Verlobte und bringt sie zu ihren Eltern.

Die junge Frau wirkt wie erloschen, sie ist traumatisiert, psychologische Hilfe bekommt sie nicht. Die Familien sind überfordert, es werden wenig Worte gewechselt. Als sich herausstellt, dass Pero schwanger ist, verbietet Rekos Vater seinem Sohn die Hochzeit. Er lässt sich auch von der Aussage eines geistlichen Führers nicht beirren, der die entführten und wieder befreiten Mädchen als rein und frei bezeichnet.

Das Drama ist konventionell gedreht, es erzählt in ruhigen und bedrückenden Bildern vom Alltag vieler Jesiden nach ihrer Flucht. Die Schauspieler, unter ihnen viele Laien, machen ihre Aufgabe gut. „Reseba“ öffnet den Blick in eine für die meisten Zuschauer wohl fremde Welt. Der Regisseur wollte nach eigener Aussage im Presseheft bei seinem Spielfilm „möglichst dokumentarisch“ arbeiten.

Die trostlose Zeltstadt bietet keine Zukunft, keine Privatheit. Die Figuren scheinen in Traditionen und Moralvorstellungen, in Sprach- und Ausweglosigkeit gefangen. Auch wegen der äußeren Umstände wie Terror, Krieg und dem Versagen der Politik. Alle sind Opfer, nicht nur die traumatisierte Pero, sondern auch Reko und die Familien der beiden.

Reseba – The Dark Wind, Irak, Deutschland, Katar 2016, 89 Min., FSK o.A., von Hussein Hassan, mit Rekesh Shabaz, Diman Zandi

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