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Richtiges Verhalten bei Gewitter

Frankfurt/Main. Hält man sich bei einem Gewitter draußen auf, besteht nicht nur die Gefahr, direkt von einem Blitz getroffen zu werden. Auch Blitzüberschläge sind möglich. Daher sollte man die Nähe zu vielen Gegenständen vermeiden und sich so klein wie möglich machen.

Richtiges Verhalten bei Gewitter

Blitze sind eine tödliche Gefahr. Wer sich ungeschützt im Freien aufhält, sollte zum Beispiel nicht die eigenen Kinder an der Hand halten. Foto: Marcel Kusch

Alltägliches Tun kann bei einem Gewitter zur Gefahr werden. Manche Dinge sollte man zum Beispiel nicht anfassen, manche Tätigkeiten lieber unterbrechen. Tipps von Experten:

KINDER UND HUNDE: Wer in der freien Natur von einem Gewitter überrascht wird, sollte möglichst nicht in einer Gruppe mit anderen Menschen Schutz suchen. Dies ist wichtig, um mögliche sogenannte Überschläge eines Blitzes von einem auf einen anderen Menschen zu vermeiden, erläutert der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Er rät, sich einzeln in eine Bodenmulde zu kauern: am besten in die Hocke gehen, Füße geschlossen halten und die Arme um die Knie legen, Kopf darauf. „Wichtig ist, dass man sich so klein wie möglich macht“, sagt der Physiker und Blitzforscher Prof. Ullrich Finke von der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Hannover.

Der VDE rät sogar dazu, bei einem Gewitter in der freien Natur auch zu den eigenen Kindern und einem möglicherweise mitlaufenden Hund einen Abstand von mindestens einem Meter und besser sogar drei Metern einhalten. Blitzforscher Finke hält diesen Punkt für „in der Praxis nicht so wichtig“. Er betont hingegen einen anderen Punkt: „Wichtig ist es, die Wolken zu beobachten.“ Dies helfe dabei, nicht gleich vom ersten Blitz des Gewitters getroffen werden - und bevor wieder Entwarnung gegeben werden kann, müsse die Gewitterwolke „abgezogen und hinreichend entfernt sein“. Laut VDE ist die Gefahr erst vorbei, wenn die Gewitterwolke mindestens zehn Kilometer weit entfernt ist und man 30 Minuten lang keinen Donner mehr wahrgenommen hat.

REGENSCHIRM: Egal aus welchem Material er besteht, kann er bei Gewittern das Risiko getroffen zu werden erhöhen. Entscheidend ist dabei, dass der aufgespannte Regenschirm in der Hand über den Kopf hinausragt und damit den Abstand zum Erdboden vergrößert. Und das Risiko vom Blitz getroffen zu werden ist für den höchsten Punkt einer Umgebung immer größer als für das Umfeld, erläutert Prof. Finke – so wie ja auch Ampeln, Türme und Baumspitzen eher vom Blitz erreicht werden können.

FAHRRAD/MOTORRAD/GOLFTROLLEY: Rad- und Motorradfahrer sitzen erhöht auf ihrem Zweirad und sollten deshalb bei einem Gewitter auf jeden Fall die Fahrt unterbrechen. Sicherheitshalber gehen sie dann in einem Abstand von mindestens drei Metern zu ihrem Gefährt und am besten auf Asphalt in die Hocke oder suchen noch besser ein schützendes Gebäude auf, empfiehlt der VDE. Das gilt auch für Golfer, die während eines Spiels mit einem Gewitter konfrontiert werden. Damit sie möglichst schnell in geschützten Räumen sein können, sollten sie Golfschläger und –trolleys auf dem Platz zurücklassen.

WÄNDE UND METALLLEITUNGEN IM HAUS: Wer kein Blitzschutzsystem im Gebäude hat, sollte Kontakt zu allen metallenen Leitungen vermeiden, die von außen ins Haus führen. Das können Wasser-, Gas-, Strom-, Telefonleitung sowie das Antennenkabel und die Fernwärmeversorgung sein. Das heißt auch: Während des Unwetters sollte man keine ungeschützte Telefonanlage nutzen. Außerdem rät der VDE, in Häusern ohne Blitzschutzsystem während eines Gewitters nicht zu duschen oder zu baden sowie am besten alle Stecker von Elektrogeräten ziehen, um die Geräte vor Überspannung zu schützen. In einem Gebäude mit Blitzschutzsystem hingegen sind Menschen sicher, betont der Verband.

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