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SC Magdeburg feiert Meisterschaft - KSC heiß auf Relegation

Leipzig. Aufstieg, Meisterschaft, Siegrekord: der 1. FC Magdeburg hat eine nahezu perfekte Saison abgeliefert. Steht aber jetzt in der 2. Liga genau wie Mitaufsteiger Paderborn vor neuen Herausforderungen. Überschattet wird die Liga erneut von großen Finanzproblemen.

SC Magdeburg feiert Meisterschaft - KSC heiß auf Relegation

Magdeburg feiert die Drittliga-Meisterschaft mit den SC-Profis. Foto: Alexander Prautzsch

Im Überschwang der Gefühle feierte Magdeburgs Dennis Erdmann sich und sein Team gar als „Nummer eins der Welt“. Mit der Drittliga-Meisterschaft krönte der Fußball-Club 1. FC Magdeburg seine historische Aufstiegssaison.

„Ich hätte das nie für möglich gehalten. Wir haben 27 Spiele gewonnen. Die Jungs haben auch uns überrascht und dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Das muss erst einmal jemand nachmachen“, sagte Trainer Jens Härtel nach dem entscheidenden 1:0 (0:0)-Erfolg bei den Sportfreunden Lotte.

Im Fernduell mit Mitaufsteiger SC Paderborn entschied Nils Butzen in der 88. Minute mit seinem Treffer die Meisterschaft. Nach dem Schlusspfiff floss in der Kabine das Bier in Strömen, ehe es am Abend in der Heimat mit den Fans weiterging. Am Montag geht es für drei Tage auf nach Mallorca, ehe am Pfingstmontag das Landespokalfinale steigt.

Paderborn nutzte das 4:2 (1:1) bei Fortuna Köln am Ende nichts mehr. „Wir wären schon gerne Meister geworden. Dafür spielen wir ja, wenn man die ganze Zeit oben ist. Magdeburg hat es verdient“, sagte SCP-Coach Steffen Baumgart dem WDR, der mit seinem Team am Abend noch am Rathaus mit rund 15.000 Fans feierte. Dort wurde bekannt, dass Präsident Wilfried Finke nach mehr als 20 Jahren sein Amt abgibt.

Die Magdeburger, deren Coach Härtel zum Trainer der Saison und Philip Türpitz zum Spieler der Saison ausgezeichnet wurden, stellten Rekorde auf. 27 Erfolge in einer Saison gelangen zuvor noch keinem Team in der 3. Liga. Auch die Torrekordmarke der Liga wurde mit 1038 Treffern (vorher 1023) geknackt.

Der Drittplatzierte Karlsruher SC verlor zwar gegen den FC Carl Zeiss Jena mit 2:3 (1:2). Doch für Coach Alois Schwartz war es vor den beiden wichtigen Aufstiegs-Relegationsspielen ein Weckruf: „Wir haben das letzte Heimspiel verloren, doch das zum richtigen Zeitpunkt, so dass wir uns vor der Relegation noch einmal schütteln können.“

Doch vor allem die beiden Insolvenzen der ostdeutschen Traditionsclubs FC Rot-Weiß Erfurt und Chemnitzer FC trübten das Bild. Neben ihnen steigt auch die Bundesliga-Reserve von Werder Bremen ab. Den Schritt einer geordneten Insolvenz hatten vergangene Saison bereits der VfR Aalen und der FSV Frankfurt unternommen.

Zehn Jahre nach Gründung der eingleisigen 3. Liga haben immer noch viele Vereine finanzielle Probleme. Sie kratzen schon länger am Image der 3. Liga, die auch schon mal als „Pleiteliga“ abgestempelt wird. Die schwarze Null scheint für einige Clubs in dieser Liga kaum realisierbar. Dahinter verbirgt sich meist ein Zusammenspiel von eigenen Fehlern und struktureller Kritik.

Vor allem die Fernsehgelder sind ein großes Streitthema. Die Drittligisten erhielten vom DFB in dieser Saison 12,8 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Deutsche Fußball Liga verteilt an die 36 Erst- und Zweitligisten rund eine Milliarde Euro. Der DFB arbeitet gemeinsam mit den Clubs am Modell eines „Financial Fairplay“. Dieses soll nicht auf Strafen setzen, sondern nachhaltig wirtschaftende Vereine belohnen. Schließlich wird der finanzielle Druck in den nächsten zwei Spielzeiten durch einen vierten Absteiger nicht kleiner.

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