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Saudischer Kronprinz: Israelis haben Recht auf eigenes Land

Washington. Der jüdische Staat Israel wurde vor 70 Jahren gegründet. Noch immer haben ihn aber viele islamisch geprägte Staaten in der Nahostregion nicht anerkannt. Im erzkonservativen Königreich Saudi-Arabien scheint sich überraschend ein Umdenken anzubahnen.

Saudischer Kronprinz: Israelis haben Recht auf eigenes Land

Um für alle Stabilität zu gewährleisten und normale Beziehungen zu unterhalten, bedürfe es jedoch eines Friedensabkommens, so der saudische Kronzprinz. Foto: Rainer Jensen

Saudi-Arabiens Königshaus hat dem israelischen Volk nach jahrzehntelanger Gegnerschaft überraschend das Recht auf einen eigenen Staat zugebilligt. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte dem Magazin „The Atlantic“: „Ich glaube, dass Palästinenser und Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben.“

Um für alle in der Region Stabilität zu gewährleisten und „normale Beziehungen“ zu unterhalten, bedürfe es jedoch eines Friedensabkommens, sagte er. Der Sohn von König Salman gilt als eigentlicher starker Mann in dem nach streng islamischen Grundsätzen regierten Königreich.

Saudi-Arabien hat bislang keine diplomatischen Beziehungen zu Israel, ist allerdings nach Einschätzung von Beobachtern grundsätzlich zu einer Normalisierung des Verhältnisses bereit. Gleichzeitig unterstützt es die Palästinenser.

Auf die Frage, ob er religiös begründete Einwände gegen die Existenz Israels habe, sagte der 32-jährige Prinz: „Wir haben religiöse Bedenken in Bezug auf die Zukunft der heiligen Moschee in Jerusalem und die Rechte des palästinensischen Volkes.“ Und weiter: „Wir haben nichts gegen irgendein anderes Volk.“ Er glaube, „dass jedes Volk, überall, das Recht hat, in seinem friedlichen Staat zu leben“.

Er ergänzte: „Unser Land hat kein Problem mit Juden.“ Israel sei eine große und wachsende Wirtschaftsmacht und es gebe natürlich viele Interessen, die man miteinander teile. Wenn es Frieden gäbe, würde es viele gemeinsame Interessen zwischen Israel und dem Ländern des Golf-Kooperationsrats wie Ägypten und Jordanien geben.

Die israelische Hoffnung, diplomatische Beziehungen mit einer Reihe islamischer Staaten wie Saudi-Arabien herzustellen, hat sich angesichts des ungelösten Nahostkonflikts seit der Staatsgründung im Mai 1948 bis heute nicht erfüllt.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann David Wadephul, lobte die Initiative des Kronprinzen als einen mutigen Schritt. „Es ist zu wünschen, dass Israelis und Palästinenser sie aufgreifen und einen neuen Anlauf für einen Nahost-Friedensprozess unternehmen.“ Die Sicherheit Israels sei eine zentrale Säule deutscher Nahostpolitik. „Insofern unterstützen wir Saudi-Arabien darin, eine Friedenslösung anzustreben, mit der das Existenzrecht Israels gesichert würde.“

Auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft begrüßte den Vorstoß. Dies sei eine „sehr vernünftige Position“, sagte Hellmut Königshaus im Deutschlandfunk. „Mit Saudi-Arabien hätte Israel natürlich einen starken Partner an der Seite, wenn es denn tatsächlich auch die gesamtpolitische Auffassung ist und nicht nur die des Kronprinzen“, sagte Königshaus. Die gesamte saudische Gesellschaft sei seiner Auffassung nach „noch nicht ganz so weit“.

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