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Schlichterspruch für Bau-Tarife: Mehr Geld für Arbeiter

Berlin. Der Schlichterspruch für die Bauwirtschaft ist gefallen, die Beteiligten haben dem Tarifkompromiss zugestimmt. Die Einigung sieht ein deutliches Lohnplus vor. Einen Vorbehalt gibt es aber noch.

Schlichterspruch für Bau-Tarife: Mehr Geld für Arbeiter

Die IG BAU war mit einer Forderung von 6 Prozent mehr Geld bei 12 Monaten Vertragslaufzeit in die Verhandlungen gegangen. Foto: Paul Zinken

Die rund 800.000 Bauarbeiter in Deutschland sollen deutlich mehr Geld bekommen. Ein Schlichterspruch, der den Tarifkonflikt in der Branche nach langen Verhandlungen beilegte, sieht eine Lohnerhöhung von mindestens 5,7 Prozent vor.

Außerdem soll es eine weitere Annäherung der niedrigeren Ost-Einkommen an das Westniveau geben. Der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Dietmar Schäfers, sprach vom „besten Tarifabschluss in Deutschland in diesem Jahr“. Für die Arbeitgeber sagte deren Verhandlungsführer Uwe Nostitz: „Wir haben die Kuh vom Eis geholt.“ Streiks sind damit abgewendet.

Dem Schlichterspruch zufolge sollen die Beschäftigten im Westen zum 1. Mai rückwirkend eine Lohnerhöhung um 5,7 Prozent erhalten bei einer Vertragslaufzeit von 26 Monaten. Dies sagte der Schlichter, Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Die Ost-Löhne sollen rückwirkend zum 1. Mai um 6,6 Prozent und nochmals um 0,8 Prozent zum 1. Juni 2019 steigen.

Der Tarifabschluss ist formal noch nicht unter Dach und Fach. Die zuständigen Gremien von Bauindustrie, Baugewerbe und IG BAU müssen dem Vertrag bis zum 26. Mai zustimmen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie das auch tun werden“, sagte Clement. Auch die Verhandlungsführer äußerten sich optimistisch. Beide Seiten hatten in der Schlichtungskommission 19 Stunden lang bis zum frühen Samstagmorgen durchverhandelt, bis Clement den Schiedsspruch verkündete.

Die Einigung sieht für die Beschäftigten im Westen auch drei Einmalzahlungen von insgesamt 1100 Euro vor. Für die Ost-Bauarbeiter soll es eine Einmalzahlung von 250 Euro im November 2019 geben. Zu der Vereinbarung gehört zudem eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts, je nach Tarifgebiet in unterschiedlicher Höhe und in drei Schritten bis zum Jahr 2022. Auch alle Auszubildenden sollen künftig ein 13. Monatseinkommen erhalten.

„Mit den 5,7 Prozent haben wir die absolute Obergrenze dessen erreicht, was unsere Unternehmen zu leisten vermögen“, sagte Nostitz, der dem Vorstand des Baugewerbeverbands ZDB angehört. „Auf der anderen Seite bietet die lange Laufzeit von 26 Monaten den Unternehmen Planungssicherheit.“

Das Ergebnis entspreche der gute Konjunktur der Bauwirtschaft, sagte der IG-BAU-Vorsitzende Robert Feiger. Ein Facharbeiter bekomme ab sofort 1,11 Euro mehr je Stunde. „Pro Monat bedeutet das ein Plus von rund 200 Euro.“

Das strittige Thema eines Wegegeldes für Fahrten zu den Baustellen wurde in der Schlichtung nicht geklärt. Es soll nach Übereinkunft beider Seiten später bei einer Überarbeitung des Bundesrahmentarifvertrages diskutiert werden.

Für die Zustimmung zu dem Tarifvertrag müssen im Baugewerbe die Mitgliedsverbände mit einem Quorum von 85 Prozent zustimmen. In der Bauindustrie genügt die Mehrheit der Mitgliedsverbände. Bei der IG BAU entscheidet die Bundestarifkommission über Annahme oder Ablehnung.

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