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Ältester Hindutempel beim Interkulturellen Rundgang entdeckt

SCHWERTE Manchmal verbergen sich ferne Welten in der Nachbarschaft – zum Beispiel in einem Innenhof an der Robert-Koch-Straße. Eigentlich eine schmucklose Hinterlassenschaft einer ehemaligen Farbenfabrik. Doch seit 12 Jahren ist hier, mitten in Schwerte, der vermutlich älteste Hindutempel Deutschlands ansässig. Beim ersten Interkulturellen Rundgang "reisten" die Besucher auf einem anderen Weg durch ihr Schwerte.

von Von Heiko Mühlbauer

, 01.06.2008

Mit einem echten Paukenschlag begann der erste Interkulturelle Rundgang des Ausländerbeirats der Stadt. Denn die Gemeinde empfing die rund 150 Gäste mit lauter Musik. Priester Jeyanthinatha Sarma Sivasi Kurkkal bekränzte Bürgermeister Heinrich Böckelühr mit einer Blumenkette bevor er die Gäste in die ehemalige Fabrikationshalle begleitete.

Dort errichtete die Gemeinde in Eigenarbeit zwei Altäre für die Hinduistischen Gottheiten. Etwa 25 Familien gingen regelmäßig in den Tempel, erzählt Gemeindemitglied Maniverthan, allesamt Tamilen. Beeindruckt von dem Zuspruch der Veranstaltung zeigte sich auch die Vorsitzende des Ausländerbeirates Aynur Akdeniz. Auf jeden Fall plane man eine Wiederholung. Allerdings in abgespeckter Version, denn nach 16 Stationen und vier Stunden war so mancher Gast am Ende ganz schön geschafft. 

Allerdings hatte man dafür auch einiges erlebt und erfahren. Zum Beispiel wie schwungvoll und musikalisch die Marantha-Gemeinde ihre Gottesdienste feiert. Wie die Hindus stammen diese Anhänger des christlichen Glaubens aus Sri Lanka. Oder dass bei den Aleviten, der kleinsten Richtung des Islam, Frauen und Männer gemeinsam beten.

Bilder der Propheten lehnt man dort strikt ab

Allerdings meist nicht im kleinen Vereinshaus an der Beckestraße, sondern in der Aula des Schulzentrums Nord-West. Den direkten Gegensatz konnte man in der Moschee des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) an der Hagener Straße erleben. Hier wird eher die konservative Richtung des Islam gelehrt. Bilder der Propheten, wie sie im Gemeindehaus der Aleviten hängen, lehnt man dort strikt ab.

Den Abschluss der Rundreise machte die Moschee des Diyanet-Vereins am Beckenkamp.

Hier besichtigte man allerdings ausschließlich den Neubau. Unterwegs erläuterten der Ausländerbeauftragte der Stadt, Hans-Joachim Berner und Stadtführer Uwe Fuhrmann etwas über die Spuren jüdischer Geschichte und die Historie der beiden großen christlichen Kirchen in der Ruhrstadt.

Und nach vier Stunden hatte so mancher den Eindruck, dass er wirklich eine große Reise durchs doch eigentlich kleine Schwerte gemacht hatte.

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