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Besuch beim Imker: Das Tattoo der Königin

WESTHOFEN Ein Tattoo macht die Drohne zum Doppelgänger der Königin. Behutsam, ganz behutsam tupft ihr Anna (9) das Zeichen ihrer Würde mit dem gelben Spezialstift auf den pelzigen Nackenschild.

von von Reinhard Schmitz

, 30.06.2008
Besuch beim Imker: Das Tattoo der Königin

Jannik (7) probiert die Imkerhaube mit Schleier an..

Dass es eigentlich die Modefarbe der vergangenen Sommersaison trägt, lässt das Bienen-Männchen gleichmütig über sich ergeben. Wehren könnte es sich – weil ohne Stachel geboren – sowieso nicht. „Dieses Jahr werden die Königinnen in ganz Deutschland mit einem roten Punkt gekennzeichnet“, erklärt Siegfried Wecke (68): „Damit man immer weiß, wie alt sie sind.“ Denn nach zwei bis drei Jahren reicht es den Herrscherinnen der Völker allmählich mit der ewigen Eierlegerei.Die Drohne Willi ist der Kinder-Liebling Noch lange nicht genug haben dagegen die 15 Ferienspaßkinder, die bei Wecke zu Gast sind. „Das ist Willi“, haben sie die Drohne mit dem gelben Rückenpunkt längst in ihr Herz geschlossen. Jetzt muss noch eine Maja unter das feine Gitter des Zeichnungs-Röhrchen kommen, das als tierisches Tattoo-Studio dient. Ganz Mutige dürfen Wecke auch in den Bienenstand begleiten – stilecht geschützt mit Imkerhut und Schleier. Das größte Hallo jedoch herrscht an der Honigschleuder. Wabe auf Wabe, von Sarah (8) sorgfältig vom Wachs freigekratzt, hängt Jan (12) in den stählernen Bauch der Maschine. Dann darf mit vereinten Kräften gekurbelt werden, bis die süße Masse aus dem Röhrchen in den Bottich wabert."Besser als Nutella" „Das ist besser als Nutella“, schwärmt Jannik (7), während er den Löffel noch einmal tief das Schälchen taucht. Expertin Nele (10) nickt. Sie schwört auf den Brotaufstrich: „Der Opa von der Pauline aus meiner Klasse ist auch Imker.“ Wecke hat sich bereits seit 33 Jahren den Bienen verschrieben. Ein Besuch bei seinen 16 Völkern zählt seit Jahren zu den Höhepunkten der Ferienspaß-Aktionen. „Kann ich morgen wiederkommen?“ fragt Jannik, als der Fahrplan des Linienbusses zum Aufbruch drängt. Noch ein wenig bleiben dürfen Anna und Philipp. Sie wohnen in der Nachbarschaft. „Das sind meine beiden Lehrlinge“, verrät Wecke: „Die kriegen jeder ein eigenes Volk. Das können sie selbst bearbeiten und hinterher den Honig ernten.“ Übrigens: Gestochen wurde gestern niemand.  

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