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Im Sommer ohne Schaukel und Wippe

Stadt Schwerte schließt sanierungsbedürftigen Spielplatz

Splitter stachen aus der Wippe, Steine lagen im Sand. Eltern wünschten, dass die Stadt die Anlage am Sachsenweg wieder in Ordnung bringt. Die sperrte aber das Gelände ganz.

Schwerte

, 07.06.2018
Im Sommer ohne Schaukel und Wippe

Stefanie Thöne und ihre Tochter Hanna (7) hoffen, dass der Spielplatz am Hanseweg bald repariert und wieder freigegeben wird.schmitz © Foto: Reinhard Schmitz


Schönste Sommersonne lockt nach draußen. Aber der Weg zu Wippe, Schaukel und Kletter-Rutsch-Turm ist für die Kinder im Neubaugebiet Sachsenweg blockiert. Mit einem massiven Baugitter hat die Stadt Schwerte den Eingang ihres Spielplatzes am Donnerstag versperren lassen.

„Der Trägerbalken an der Schaukel ist morsch, und im Sandkastenbereich hat sich der Untergrund aufgelöst, wodurch Steine nach oben gelangen“, berichtete Stadt-Pressesprecher Carsten Morgenthal. Deshalb bleibe das Gelände „bis auf Weiteres gesperrt“.

Mehrfach um Reparaturen gebeten

„Jetzt auf einmal“, sagte Anwohnerin Stefanie Thöne, deren siebenjährige Tochter Hanna traurig auf die derzeit unerreichbaren Spielgeräte blickt. Mehrfach hätten Eltern bei der Stadt darum gebeten, den Platz in Ordnung zu bringen: „Der verkommt hier seit Jahren.“ Zwar sei regelmäßig der Rasen gemäht und auch ein frischer Müllbeutel in den Papierkorb gesteckt worden. Doch seit einem Dreivierteljahr sei keine Schaukel mehr aufgehängt, am Holz der Wippe spießten sich die Kinder immer wieder Splitter in die Finger. Und statt Spielsand gebe es nur groben Bausand. Und zwar über einer Grube, in die Arbeiter offensichtlich vorher ihren Bauschutt abgekippt hätten. Deshalb kommen immer wieder Brocken aus dem Untergrund, wenn Jugendliche im Sand herumgraben: „Alle von den Nachbarn haben schon viele Steine ´rausgeholt.“

Platz ist erst acht Jahre alt

Errichtet worden war der Spielplatz – so Morgenthal – erst vor etwa acht Jahren von dem Bauträger, der die umliegende Siedlung hochzog. Der Bedarf ist groß. Viele junge Familien mit kleinen Kindern fühlen sich hier wohl. Fensterbilder an den Scheiben deuten an, wo die Mädchen und Jungen offensichtlich wohnen. Aus einer im Hintergrund blickt gar der Kopf eines weißen Einhorns auf das jetzt totenstille Gelände.

Immer wieder seien die Eltern bei der Stadt vertröstet worden, erzählt Stefanie Thöne. Und jetzt auf einmal sei der Platz zu. Baubetriebshof und Jugendamt seien aber bemüht, ihn „wieder so schnell wie möglich für den Spielbetrieb bereitszustellen“, versprach Morgenthal. Für die Schadensbehebung sei allerdings eine umfangreiche Sanierung erforderlich: „Wann diese Sanierungsarbeiten begonnen und abgeschlossen werden können, ist noch nicht abzusehen.“

Termin für Wiedereröffnung ungewiss

Hanna, ihr zweieinhalbjähriges Schwesterchen Clara und die anderen Kinder am Sachsenweg hoffen, dass sie auf die Wiedereröffnung nicht so lange warten müssen wie ihre Altersgenossen in Schwerte-Ost. Dort ist der große Stadtteil-Spielplatz gegenüber des Gehrenbach-Stausees an der Lichtendorfer Straße schon seit August 2017 gesperrt. Sein Boden ist mit dioxinhaltigem Kieselrot belastet. Diese Schlacke aus der Kupfergewinnung im Weltkrieg wurde früher häufig als Belag für Spiel- und Sportplätze verwendet. 1992 war die Schicht mit Erdreich abgedeckt worden, das aber inzwischen durch Witterung und Abnutzung wieder abgetragen ist.

Gutachter war vor Ort

Mittlerweile habe ein Gutachter eine Gefährdungs-Einschätzung vorgenommen, erklärte Morgenthal. Die Frage sei jetzt, ob die Ergebnisse reichen, um Fördermittel für die Sanierung zu bekommen. Derzeit laufen Abstimmungsgespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg. Und bis wann kann die Anlage, eine von 44 Spiel- und 13 Bolzplätzen der Stadt, wieder frei sein? „Da kann ich keine Aussage zu machen“, sagte Morgenthal. Bis auf weiteres bleibe sie geschlossen.