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Murmeln statt Playstation beim Kindergipfel

VILLIGST Die Arme sind ausgefranst, der Saum hängt in Streifen herab, ein Flicken prangt auf dem Rücken. „Sommerbluse?“ hat Rahel darauf geschrieben. Die Zehnjährige ist eine von rund 500 Kindern und Jugendlichen, die am Wochenende beim Kindergipfel auf Haus Villigst dabei waren.

von Von Nicole Jankowski

, 08.06.2008
Murmeln statt Playstation beim Kindergipfel

Ihre Wünsche ließen die Kinder auf Luftballons in den Himmel über Haus Villigst steigen.

Das Thema Armut stand in diesem Jahr im Mittelpunkt. Und so betont auch Ilka (12), ebenfalls im Fetzenhemd: „So geht keiner gern auf die Straße. Weil die anderen dann gucken.“ Am Freitagabend hatte Landesjugendpfarrer Udo Bußmann die Kindergipfelstadt offiziell eröffnet. Der Samstagvormittag stand dann unter dem Motto „Die Stadt gestalten“. Im Innenhof und dem Park von Haus Villigst warteten zahlreiche Werkstattgruppen auf die Mädchen und Jungen. Ob Mäuse filzen, Stockbrotbacken, malen, weben oder singen – alle Aktionen hatten etwas mit dem Thema Armut zu tun. Für wenig Geld gesund kochen „Von der Hand in den Mund? Kinder brauchen gesunde Nahrung“ heißt es zum Beispiel für Jón, Marc, Mareike und Jonas. Sie schnippeln Lauch, Zucchini, Paprika und Kartoffeln für eine Gemüsesuppe.  Auch selbst gesammelte Brenesselblätter, zarte Löwenzahnspitzen und Holunderblüten werden mitgegessen. „Wir wollen beweisen, dass man für wenig Geld gesund kochen kann“, erklärt Gruppenleiterin Uschi. Deshalb kommen in die Suppe auch keine Fertigprodukte.Rundzelt aus Ästen und Blättern  Ein eigenes Haus bauen die Kinder der Gruppe „Wind in den Weiden? Kinder brauchen Geborgenheit.“ Aus Ästen und Blättern soll ein Rundzelt entstehen. „Wichtig ist, dass der Regen nicht durchkommen kann“, schildert Marie die Schwierigkeiten. Zwar muss hier am Ende niemand schlafen. Aber ihr gemütliches Kinderbett haben die Gipfelteilnehmer für zwei ächte gegen eine Isomatten in der Zeltstadt im Park von Haus Villigst eingetauscht.Spaß auch ohne Computer „Guck mal, wie reich ich schon bin.“ Tilman hält die Tüte mit den Murmeln in die Höhe. Maja Schültingkemper bringt ihrer Gruppe alte Kinderspiele bei. „Nach ihrem Lieblingsspielzeug gefragt, haben viele die Playstation genannt“, erzählt sie. Doch auch ohne Computer haben die Jungen und Mädchen Spaß. Bei „Hinkelkästchen“, „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser“ oder „Räuber und Gendarm“ vergeht die Zeit wie im Flug.Präses Alfred Buß zu Besuch Bunte Mitmachaktionen bestimmten den Nachmittag. Auch Präses Alfred Buß besuchte die Kindergipfelstadt. Er startete gestern vormittag auch offiziell die Kampagne gegen Kinderarmut der Evangelischen Kirche von Westfalen.  Als sichtbares Zeichen schickten alle Kinder Luftballons mit ihren Wünschen in den Himmel. Und da stand diesmal nicht nur eine Playstation drauf.  

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