Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Sprung rettete Theile-Mitarbeiter vor dem Raser

VILLIGST Die Knopfdruckampel vor den Kettenwerken Theile zeigte Rot, weil ein Mitarbeiter die Letmather Straße überquerte. Trotzdem soll der 34-jährige Angeklagte weiter aufs Gaspedal getreten haben. Nur mit einem Sprung nach vorn konnte sich der Fußgänger retten. Um sich dem Prozess zu entziehen, setzte sich der Raser in die Türkei ab.

von Von Reinhard Schmitz

, 10.06.2008
Sprung rettete Theile-Mitarbeiter vor dem Raser

An diesem Überweg soll der Angeklagte auf den Fußgänger zugerast sein.

Nicht die einzige höchst brenzlige Begegnung an jenem 4. Mai 2006. Bereits wenige Augenblicke zuvor soll der 34-Jährige mit seinem Auto nur knapp eine Zeugin verfehlt haben, die ihn bei der Vollgas-Flucht vom Theile-Parkplatz stoppen wollte. Dort war der Mann beobachtet worden, der reihenweise PKW mit seinem spitzen Gegenstand zerkratzt haben soll. Diese Vorwürfe nennt die Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auch, die dem 34-Jährigen am Dienstag vor der 4. großen Strafkammer des Hagener Landgerichts vorgehalten werden sollte. Doch der zog sein Heimatland Türkei dem Platz auf der Anklagebank vor. "Abstand gewinnen" am Bosporus Über seine Ehefrau ließ er dem Vorsitzenden Richter Dr. Schreiber mitteilen, dass er am 4. Mai in Richtung Bosporus abgereist sei. Bis Oktober wolle er dort bleiben, „um Abstand zu gewinnen“. Von dieser „heiteren Erklärung“ zeigte sich der Vorsitzende wenig begeistert: „Das nennt man, sich einem Verfahren zu entziehen.“ Viele Menschen, die „nicht hobbymäßig mit solchen Sachen beschäftigt sind“, hätten sich die Termine reserviert. Insgesamt waren fünf Verhandlungstage angesetzt, die nun geplatzt sind.Vollstreckung in der Türkei zweifelhaft Die Quittung war ein Haftbefehl, dessen Vollstreckung in der Türkei allerdings zumindest zweifelhaft scheint. Solange sich der Mann dort aufhält, können Schwerter Autobesitzer jedoch ihre Fahrzeuge ruhiger abstellen. Denn der offenbar unter Verfolgungswahn leidende Mann soll wiederholt – so am 26. Januar und am 8. März 2006 – zahlreiche Autos zerkratzt haben. Als Sachbeschädigung waren diese Fälle auch noch aufgelistet.

Lesen Sie jetzt