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Diese Strukturen will Dimitrios Axourgos verändern

Schwerter Bürgermeister baut Rathaus um

Keine zwei Monate ist Bürgermeister Dimitrios Axourgos im Amt. Schon baut er die Struktur der Schwerter Stadtverwaltung um. Warum er das macht? Axourgos nennt mehrere Argumente.

Schwerte

, 07.05.2018
Diese Strukturen will Dimitrios Axourgos verändern

Man kennt sich aus Iserlohn: Dimitrios Axourgos war Vorsitzender der SPD-Fraktion, Gabriele Stange war Geschäftsführerin. Seit Mitte März ist Axourgos nun Chef der Schwerter Stadtverwaltung. Und seit 1. Mai leitet die 51-Jährige das Büro des Bürgermeisters. © Bernd Paulitschke

Eine Ebene fällt weg. Es gibt eine neue persönliche Referentin sowie mehr Aufgaben für den Bürgermeister und sein Büro. Das sind die wichtigsten Änderungen, die Axourgos am Montagvormittag vorgestellt hat.

Wie war es bisher?

Bisher war es im Rathaus so: Ganz oben in der Hierarchie war der Bürgermeister, auf der Ebene darunter gab es vier Fachbereichsleiter, von denen wiederum der Bürgermeister selbst einer war. Wieder eine Ebene tiefer gab es vier Fachdienstleiter. Und darunter wiederum die Ebene der Bereichsleiter. Ihre Aufgaben entsprachen in etwa dem, was man früher „Amtsleiter“ nannte. Beispiele für diese Bereiche: Schule, Jugend und Familie, Ordnung, Stadtplanung und Umwelt, Feuerwehr, Recht und Vergaben, Bürgerdienste.

Und was fällt nun weg?

Die dritte Ebene von oben. Es gibt weiter vier Fachbereichsleiter, aber keine vier Fachdienstleiter mehr. „Das bedeutet flachere Hierarchien, mehr Verantwortung für die einzelnen Bereiche und bessere Aufstiegschancen im Rathaus, weil mehr Menschen Führungs-Erfahrungen sammeln können“, unterstrich Axourgos: „Ich denke auch, dass wir so effizienter arbeiten, weil die Entscheidungswege kürzer werden.“

Was passiert mit den vier Menschen, die auf der weggefallenen Ebene beschäftigt waren?

Zuletzt waren es nur noch drei. Eine Stelle war nach einer Kündigung leer. Zu den drei anderen: Andreas Pap bleibt „Jugendamtsleiter“, hat aber nicht mehr den Titel „Fachdienstleiter Generationen und Demografie“. Ulrike Schulte wird Chefin des Bereiches Zentrales Immobilien-Management, rückt also auch eine Ebene tiefer. Und Jutta Pentling, die bisher für „Zentrale Verwaltung, Bürgerdienste und Ratsangelegenheiten“ zuständig war, verlässt das Rathaus und geht zum Verein für Soziale Integrationshilfen (VSI). Sie solle sich vorrangig um die Stadtpark-Szene kümmern, so Axourgos. Er betont: Der Vorschlag sei von Pentling selbst gekommen. „Sie ist eine versierte Frau“, lobt Schwertes neuer Bürgermeister: „Und wir brauchen endlich eine nachhaltige Lösung für den Stadtpark.“

Wer ist die Referentin an Axourgos‘ Seite?

Gabriele Stange (51), aufgewachsen in Fröndenberg, Diplom-Sozialarbeiterin, 23 Jahre lang bei der Stadt Herdecke zuständig gewesen für Kinder- und Jugendbetreuung, die vergangenen zwei Jahre dann Geschäftsführerin der SPD-Fraktion in Iserlohn. Also dort, wo Axourgos Fraktionschef war. Man kenne sich, man habe schon gut zusammengearbeitet, man wolle das jetzt auch im Schwerter Rathaus tun, unterstreichen Stange und Axourgos.

Einige Aufgaben übernehmen der Bürgermeister und sein Büro nun selbst. Welche?

Erstens: den Sport. Zweitens: das Ehrenamt. Drittens: Tourismus und Städtepartnerschaft. Und viertens: das Lob- und Beschwerdemanagement, das übrigens demnächst barrierefrei dort zu erreichen sei, wo früher im Rathaus der Bereich „Ordnung“ gewesen sei. Man wolle all diese Bereiche aufwerten. „Es ist zum Beispiel ein klares Signal für die Sportler und die Ehrenamtlichen vor Ort“, sagt Axourgos. Dazu gehöre auch, dass das Projekt „Bürgerkommune“ nun nicht mehr beim Kultur- und Weiterbildungsbetrieb (KuWeBe) betreut werde, sondern wieder bei der Stadt. Und von derselben Person betreut wird: weiter von Anke Skupin, die somit ebenfalls zurück ins Rathaus wechselt.

Wie haben die Mitarbeiter reagiert?

„Alle waren sicherlich nicht begeistert“, muss Axourgos eingestehen. Doch er versichert: Der überwiegende Teil der Mitarbeiter sei einverstanden. Einige hätten sogar gesagt: Gut, dass sich endlich etwas ändere. Alle Entscheidungen seien abgestimmt mit den betreffenden Mitarbeitern und dem Personalrat.

Wann hatte sich der Bürgermeister überlegt, was er verändern will?

Einiges gehe zurück auf sein Wahlprogramm, so Axourgos. Einige „Grundsteine“ daraus habe er schon kurz nach seinem Amtsantritt „in der Verwaltung abbilden können“. Zum anderen hätte er schon in den ersten Wochen im Rathaus gesehen, welche Arbeitsstrukturen er gravierend ändern wolle. Und dann rasch Schlüsse gezogen.

Plant Dimitrios Axourgos weitere Änderungen im Rathaus?

„Ich behalte es mir vor, weitere Veränderungen vorzunehmen“, sagt Schwertes Bürgermeister. Unter anderem lässt er anklingen: Ihm persönlich gefalle „Amt“ besser als die Bezeichnung „Bereich“. Darunter könne man sich eher etwas vorstellen.

Kommentar: Das ging schnell Er ist mit großer Mehrheit gewählt worden – als einer, der von außen kommt, Dinge kritisch hinterfragt und frischen Wind in eine Stadtverwaltung bringen soll, mit der viele Schwerter unzufrieden sind. Mit viel Rückenwind setzt Dimitrios Axourgos das nun um. Die ersten Änderungen kamen schnell. Und der neue Bürgermeister deutet an: Dabei wird es nicht bleiben. Seine Argumentation ist gut: eine effektivere Arbeitsweise, bessere Aufstiegschancen für Mitarbeiter – Beides wünschenswert. Hauptsache, der Aufstieg geschieht nach Leistung. Und nicht – wie so häufig – nach Parteibuch.
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