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Baseballschläger und Marihuana im Kofferraum

Security-Mann aus Schwerte steht vor Gericht

Landgericht Hagen macht mutmaßlichem Drogendealer den Prozess. Der präsentiert sich geständig, frustriert und selbstbewusst.

HAGEN/SCHWERTE

, 08.05.2018
Baseballschläger und Marihuana im Kofferraum

Marihuana wurde dem Schwerter zum Verhängnis. © picture alliance / Daniel Karman

Düstere Aussichten für einen früheren Security-Mann aus Schwerte: Nachdem er in der Innenstadt mit Marihuana und einem Baseballschläger erwischt worden ist, drohen dem 23-Jährigen im für ihn schlimmsten Fall mindestens fünf Jahre Haft. Zum Prozessauftakt präsentierte sich der mutmaßliche Dealer geständig, frustriert und selbstbewusst zugleich.

Den verhängnisvollen Drogenfund (knapp 80 Gramm Marihuana) konnte und wollte der Angeklagte gar nicht bestreiten. „Ich wollte das Zeug verstecken. Das war’s“, gab der 23-Jährige am Hagener Landgericht zu.

Geübt in Selbstverteidigung

Die „Keule“ der Staatsanwaltschaft, ihn mit Blick auf den direkt neben seinem Drogen-Rucksack im Kofferraum eines Pkw entdeckten Baseballschläger wegen bewaffneten Rauschgifthandels anzuklagen, wischte der Schwerter dann aber eher lapidar beiseite. „Ich habe Karate, Kickboxen und Judo gemacht“, so der Angeklagte. „Ich brauche keinen Baseballschläger, wenn ich mich verteidigen muss.“

Jobverlust, Schulrauswurf, miese Aussichten: Auf die Frage, wie es überhaupt zum Abrutschen in die Dealer-Szene kommen konnte, berichtete der 23-Jährige den Richtern seine ganz persönliche Frust-Geschichte. Nach gleich mehreren Nackenschlägen in kürzester Zeit habe er seine Enttäuschung mehr und mehr mit Marihuana betäubt. Zur Finanzierung des eigenen Konsums will der 23-Jährige dann irgendwann auch als Dealer eingestiegen und deswegen größere Mengen Marihuana eingekauft haben. Bei den am 13. März 2017 im Kofferraum entdeckten Drogen habe es sich um einen Vorrat gehandelt, den er kurz zuvor für 600 Euro am Dortmunder Borsigplatz gekauft habe.

Auf öffentlichem Platz

Auch mehr als ein Jahr nach dem Drogenfund hat sich bei dem 23-Jährigen nach eigenen Angaben nicht viel getan. Er raucht täglich seine Joints, finanziert sie unter anderem mit Taschengeld. „Jetzt ist das schon irgendwie eine Sucht“, sagte er den Richtern. Eine Augenzeugin, die die Polizei damals auf eine „Tütenumfüllaktion“ zweier verdächtiger Personen an einem Pkw unweit von der Musikschule hingewiesen hatte, nahm als Zeugin kein Blatt vor den Mund. „Ich war einfach nur wütend“, sagte die Erzieherin (54). „Wie kann man nur so bescheuert sein, an einem offenen Platz sowas zu tun?“

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