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Wie man sich blind im Linienbus orientiert

VKU-Projekt JederBus

Inklusion im Bus? Das gibt es im Kreis bereits seit fünf Jahren. Zum Geburtstag des Projekts konnten die Besucher erfahren, warum das nötig ist.

Schwerte

, 07.07.2018
Wie man sich blind im Linienbus orientiert

Die Sehende Sevde Izgi tastete sich blind durch den Bus. Das Experiment hat ihr die Augen geöffnet. © Rezek

Bei sonnigem Wetter und guter Stimmung wurde am Freitag, das fünfjährige Jubiläum des Projektes „JederBus – Inklusion erfahren“ auf dem Marktplatz gefeiert.

Doch was macht Inklusion im öffentlichen Nachverkehr aus? Zu den Neuerungen zählen Sicherheitsringe an Haltestellenmasten, die einen besseren Halt ermöglichen. Schwarz-gelbe Türmarkierungen helfen Menschen mit Sehschwäche, sich zu orientieren. Hinzu kommen Veröffentlichungen in leichter Sprache und Kurse gegen Busangst. Aber auch Training für das Personal, das im Umgang mit Beeinträchtigten sensibilisiert werden soll, ist wichtig. Busfahrer Georg Straßl hat an so einem Training teilgenommen und empfand es als sehr hilfreich, vor allem einen Rollentausch. „Wenn man während einer Busfahrt, selbst im Rollstuhl sitzt, kann man die andere Perspektive besser nachvollziehen.“

Rollentausch war möglich

So einen Rollentausch konnte man auch auf dem Markt machen. Die 20-jährige Sevde Izgi erkundete mit Augenmaske einem Bus, der eigens für das Jubiläum auf den Marktplatz gestellt wurde. „Da ich nicht blind bin, weiß ich wie Busse aussehen, und trotzdem war es sehr anstrengend mich zu orientieren.“ Die Reha Lehrerin für Blinde und Sehbehinderte Melanie Krüger betont: „Es erfordert viel Übung, sich mit Sehschwäche oder gar als Blinder im Alltag zurechtzufinden.“ Umso positiver findet sie die Umrüstung der Busse und die Debatte um Inklusion.

Besichtigung im Rollstuhl

Den Bus möchte in Zukunft auch der Senior Rüdiger Adolph nutzen. Er sitzt seit 2014 im Rollstuhl. Nachdem er sich die Busse mit den Rampen angeschaut hat, sind seine Sorgen ein wenig gewichen. Er ist bei weitem keine Ausnahme.

Mehr Gäste mit Beeinträchtigungen

VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns verkündet stolz: „Wir haben es geschafft, 19 Prozent mehr Menschen mit Beeinträchtigungen zu bewegen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.“

Vor Ort waren außerdem der stellvertretende Bürgermeister Klaus-Jürgen Paul, Heike Pohl von der Arbeitsgemeinschaft Inklusion der Stadt Schwerte sowie Projektleiterin Gaby Freudenreich, die sich mit Grußworten an die Anwesenden wandten.