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„Sechs-Punkte-Spiel“: Leipzig gegen Leverkusen

Leverkusen/Leipzig. „Sechs-Punkte-Spiel“ unter besonderen Vorzeichen. Leipzig und Leverkusen machen sich auf Fan-Proteste gegen das Montagsspiel gefasst. Ablenken lassen will sich davon keine Mannschaft, es geht um Punkte gegen einen Konkurrenten um die Champions-League-Plätze.

Trainer Heiko Herrlich hat die Spieler von Bayer Leverkusen vor dem Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig vor der besonderen Atmosphäre des Montagsspiels gewarnt. „Montags zu spielen, ist eine komplett neue Situation für uns alle. Deshalb müssen wir uns darauf einstellen, dass es ein anderes Bundesliga-Spiel wird als sonst. Leipzig hatte die Erfahrung ja schon“, sagte Herrlich am Sonntag. Kollege Ralph Hasenhüttl kann den Unmut der Fans nur bedingt verstehen.

Ein kleinerer Teil der RB-Anhänger will die Mannschaft aus Protest gegen die Montagsansetzung nicht unterstützen. Hasenhüttl appellierte an die 20 Prozent, die Karten einfach denen zu geben, die gern ein Spitzenspiel sehen würden. Denn sportlich geht es für beide Mannschaften um einiges: Hasenhüttl sprach von einem Sechs-Punkte-Spiel. „Bei einem Sieg wären wir vier Punkte vorn, das wäre schon ein Riesenschritt für uns.“

Den Coach plagen allerdings einige Personalsorgen. Nach Marcel Halstenberg, der im Januar einen Kreuzbandriss erlitt, fällt in Konrad Laimer nach dessen Muskelriss im Hinspiel der Europa League gegen Olympique Marseille ein ohnehin kurzfristig umgeschulter Außenverteidiger auch noch aus. Lukas Klostermann ist zudem angeschlagen, Mittelfeldspieler Bruma ebenfalls. Sehr gut möglich ist, dass Hasenhüttl wie beim Sieg daheim gegen den FC Bayern das System wechselt und mit Dreier- statt Viererabwehrkette spielen lässt.

Herrlich muss auf den gesperrten Lucas Alario und den verletzten Joel Pohjanpalo verzichten, ansonsten kann der Bayer-Coach auf alle Spieler zurückgreifen. Auch Kapitän Lars Bender wird laut Herrlich rechtzeitig fit.

Der Trainer der Leverkusener hat Verständnis für die Proteste der Fans. „Man muss auch die Fans hören“, sagte er: „Es ist ein Riesen-Aufwand für sie, sich für Montag einen Urlaubstag zu nehmen und für Dienstag vielleicht auch noch.“ Deshalb regt er Diskussionen über eine Abschaffung an: „Wir leben von der Atmosphäre im Stadion. Und wenn sowas komplett boykottiert wird, muss man noch mal drüber sprechen, ganz klar.“

Das Duell zwischen Leipzig und Bayer ist das vierte von fünf Montagsspielen in dieser Saison. „Wichtig ist, dass wir uns von dem Drumherum nicht beeinflussen lassen und den Fokus halten“, sagte der Bayer-Coach. „Wir müssen damit rechnen, dass es völlig ruhig bleiben könnte und die Partie Freundschaftsspiel-Charakter hat. Vielleicht fliegen auch wieder ein paar Tennisbälle auf den Platz.“ Dies war im ersten Montagsspiel am 19. Februar zwischen Eintracht Frankfurt und den Leipzigern passiert.

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