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Seit 65 Jahren singt Heinrich Ringelkamp im MGV Cäcilia Capelle

Männergesangsverein

Heinrich Ringelkamp ist 82 Jahre alt. Knapp 80 Prozent seines Lebens widmet er sich bereits einer besonderen Leidenschaft: dem Chorgesang.

Capelle

von Arndt Brede

, 13.07.2018
Seit 65 Jahren singt Heinrich Ringelkamp im MGV Cäcilia Capelle

Heinrich Ringelkamp singt seit 65 Jahren im MGV Cäcilia Capelle. Er hat auch schon seinen Enkel Nico (hinten v.l.), Sohn Stefan und Schwiegersohn Thomas in den Chor gebracht. © Arndt Brede

Der Männergesangsverein (MGV) Cäcilia Capelle und der Chorverband Nordrhein-Westfalen haben Heinrich Ringelkamp am Donnerstagabend vor der Chorprobe mit der Verdiensturkunde, der goldenen Verdienstplakette und der goldenen Nadel des Chorverbandes ausgezeichnet.

Für 65 Jahre Singen im Chor und für seine Verdienste um den Gesang. Verband und Chor würdigen damit einen Mann, der mehr ist als nur einer der Sänger im zweiten Tenor des MGV.

Direkt und humorvoll

Geboren in Bockum-Hövel zog Ringelkamps Familie nach Capelle, als der kleine Heinrich vier war. Vorab: Niemand im Dorf würde ihn nicht als Capeller bezeichnen, nur weil er dort nicht geboren ist. Das liegt an Ringelkamps Art: direkt und humorvoll. In Capelle nennen sie ihn nur Heinken. Warum? „Weiß ich auch nicht“, sagt der 82-Jährige. Das sei schon immer so gewesen.

Seit 65 Jahren singt Heinrich Ringelkamp im MGV Cäcilia Capelle

Das ist die Verdiensturkunde des Chorverbandes NRW, die Heinrich Rungelkamp verliehen wurde. © Arndt Brede

Ringelkamp und Capelle – das ist eine besondere Beziehung. Das liegt auch daran, dass er bereits mit 17 Jahren in den MGV Cäcilia eintrat. 1953 war das. Nachkriegszeit. „Der Chor hatte eine Probe für eine Beerdigung“, erinnert sich Ringelkamp. „Da standen wir zu dritt am Fenster und haben zugeguckt. Da ist der Vorsitzende zu uns gekommen, ob wir nicht mitmachen wollten. Ich bin als einziger von uns dreien übrig geblieben.“

Jüngsken“ hätten die gestandenen Sänger damals zu ihm gesagt. Ringelkamp schmunzelt. Viel zu sagen hatten Jüngere im Chor nicht damals. Gelitten hat er nicht darunter. Ihm war das Singen wichtig: „Wir haben Volkslieder und auch kirchliche Lieder gesungen.“

Schelmischer Witz

Was ist Singen für Heinrich Ringelkamp? Wer jetzt eine Eloge auf schönen Gesang, der der Seele guttut, oder so etwas erwartet, kennt Ringelkamp nicht: „Früher durfte man ja nicht anders aus dem Haus“, lautet die Antwort. Seine Eltern waren nicht begeistert über sein Hobby, „weil es ja nach den Proben abends auch mal länger wurde“. Er lacht. Da ist er wieder: dieser schelmische Witz.

Seit 65 Jahren singt Heinrich Ringelkamp im MGV Cäcilia Capelle

Chorvorsitzender Gregor Focke (l.), CVHorleiter Hans W. Schumacher (Mitte) und Martin Btramkamp, Vorsitzender des Chorkreises Lünen-Lüdinghausen, bedankten sich bei Heinrich Ringelkamp und auch bei dessen Ehefrau Toni. © Arndt Brede

Die Unterschiede zwischen dem Singen im MGV Cäcilia Capelle damals und heute sind schnell aufgelistet. Da gibt es nicht so viele. „Wir haben weltliche und kirchliche Lieder gesungen.“ Ist auch heute noch so. Lediglich eigene Konzerte hat es damals nicht gegeben. Sängerfeste wie in Stuttgart hat er besucht. Schöne Erinnerungen. „Da sind wir mit der ganzen Truppe hingefahren.“ Die ganze Truppe, also der MGV Cäcilia, hat für Ringelkamp und für Capelle eine besondere Bedeutung: „Wenn der Chor nicht wäre, dann fehlte was.“

Dass Heinrich Ringelkamp mit 82 Jahren noch aktiv in einem Chor singt, ist keine Seltenheit im Chorkreis Lünen-Lüdinghausen: „Das ist recht häufig mittlerweile“, erzählt Chorkreis-Vorsitzender Martin Bramkamp. „Ich habe neulich zwei Sänger für 70 Jahre Singen im Chor geehrt.“ 70 Jahre? Das müsste Heinrich Ringelkamp doch auch schaffen, oder? „Ich wollte eigentlich bald in Rente gehen“, sagt er. Heftiges Kopfschütteln beim MGV-Vorsitzenden Gregor Focke und bei Chorleiter Hans W. Schumacher. „Er ist einer der fleißigsten Sänger und eine der ganz großen Stützen im MGV“, urteilt Focke über Ringelkamp.

Generationen zusammen

Und dann erzählt Gregor Focke etwas, das irgendwie typisch für Heinrich Ringelkamp ist, aber auch sinnbildlich für den Zusammenhalt in Capelle: „Heinrich Ringelkamp hat es geschafft, mehrere Generationen in den Chor zu holen.“ Sein Sohn Stefan, sein Schwiegersohn und auch sein Enkel Nico (16) singen gemeinsam mit Opa, Vater und Schwiegervater im MGV. Überhaupt hat der MGV eine Mitglieder-Altersspanne zwischen 15 und 87 Jahren.

Wie ist das eigentlich, wenn man als Dirigent vor solch gestandenen Sängern wie Heinrich Ringelkamp steht? Chorleiter Hans W. Schumacher zögert keine Sekunde mit seiner Antwort: „Es ist eine große Freude.“ Tatsächlich: Die Probe nach der Ehrung beweist die Theorie, dass Gesang jung hält. Heinrich Ringelkamp ist das beste Beispiel dafür.

  • Der MGV Cäcilia Capelle hat rund 250 Mitglieder.
  • Bis zu 45 Männer versammeln sich regelmäßig zu den Proben donnerstags in der Gaststätte „Zur Brücke“ in der Bahnhofstraße in Capelle. Sie kommen aus Capelle, Lüdinghausen, Lünen, Herbern, Ascheberg und Werne-Stockum.
  • Im kommenden Jahr begeht der MGV Cäcilia Capelle sein 100-jähriges Bestehen.
  • Folgende Veranstaltungen sind, Stand jetzt, geplant: Es wird ein reines Kirchenkonzert geben, ein Gemeinschaftskonzert mit dem Bläserkorps in Werne im September, einen Ausflug mit den Frauen der Aktiven und ein Freundschaftssingen. Für Februar ist laut dem Vorsitzenden Gregor Focke eine Eröffnungsfeier des Festjahres in Form einer Matinée mit allen Vereine, die mit dem MGV zusammenarbeiten, geplant.
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