Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Mit dem Ford Taunus zu Besuch im «Fatihland»

Fatih Cevikkollu auf Erfolgskurs in Selm

19.05.2007

Selm Frech, direkt, derb und treffsicher präsentierte sich Fatih Cevikkollu am Mittwochabend auf der Bühne des Bürgerhauses. Bekannt als Murat aus der RTL-Fernsehserie «Alles Atze» tourt Cevikkollu seit Ende 2005 mit seinem ersten Soloprogramm «Fatihland». Und das mit durchschlagendem Erfolg. Zum besten Newcomer des Jahres avancierte er mit dem Gewinn des Prix Pantheon 2006 - Jurypreis -, dem renommiertesten deutschen Kleinkunstpreis für den Bereich Kabarett und Comedy. Auch das Selmer Publikum hatte der Comedian schnell auf seiner Seite. Sein Markenzeichen: Markige Sprüche und Ironie pur. Den Wunsch eines persönlichen Abends erfüllte sich Cevikkollu quasi selber, immer wieder suchte er den Kontakt zum Publikum, kein Zuschauer in den ersten Sitzreihen war vor seinen frechen Sprüchen sicher. Mit dem Blick eines in Deutschland geborenen Türken setzte er sich humorvoll mit den Allüren von Deutschen und Türken auseinander und überprüfte das Zusammenleben beider Kulturen auf Herz und Nieren. «Was ist typisch deutsch», befragte der Kabarettist das Publikum. «Grillen, Fußball, Pils», lautete die umgehende Antwort. Weiße Socken in Schlappen, rief eine Zuschauerin. Fatih Cevikkollu setzte das «Recht auf Empörung» entgegen. «Wenn der Deutsche Recht hat, geht er ab wie die Hölle», erklärte der selbst ernannte «aufgeweckte Mitteleuropäer», der sein Publikum im Programmverlauf auch als Rapper, türkischer «Latin Lover» oder Marlon Brando als «Der Pate» im Kölner Dialekt verzückte. Selbstironisch gewährte Fatih Cevikkollu einen Einblick in seine Kölner Kindheitserinnerungen: «Unsere Wohnung war so klein, wenn die Sonne rein schien, mussten wir raus.» Die Beziehung zu seinem ältesten Bruder sei gewesen wie das Verhältnis zwischen Israel und Palästina, die Türkei-Urlaubsreisen im blauen Ford «Taunus» der Familie eine reine Qual. «Kennen sie Dörrobst, ich war Dörrobst», beschrieb der Kabarettist. Auch zur medialen Entwicklung der Gesellschaft hatte Cevikkollu seine ganz eigene Meinung parat: «Eine Diagnose des Arztes gibt es bald per sms.» Den «Integrationstest» in Baden-Württemberg bezeichnete Fatih Cevikkollu als «Moslem TÜV». «Andere Leute foltern, wir machen nur einen Test», so Cevikkollu sarkastisch. Sein Vorschlag für Integration lautete «Befriedung durch Begegnung». Wie wäre es an «Allah-Heilligen» oder mit «Kölle Allah»? wmb

Schön, dass Sie sich für diesen Artikel interessieren.
Er ist Teil von HZ+, dem neuen exklusiven Angebot der Halterner Zeitung.

Registrieren Sie sich einfach kostenlos und unverbindlich,
schon können Sie weiterlesen.
Mit Google
Mit Amazon
Oder registrieren Sie sich mit Ihrer E-Mail:

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren AGBs und unserer Datenschutzerklärung einverstanden