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Warum die heimischen Gartenvögel mehrmals im Jahr brüten

Amsel und Co in Selm

Gartenvögel wie die Amsel brüten mehrmals im Jahr – und deshalb ist auch in den Sommermonaten der typische Reviergesang weithin in Selm und der Region zu hören. Doch das Brutgeschäft ist nicht immer erfolgreich.

Selm

, 18.06.2018
Warum die heimischen Gartenvögel mehrmals im Jahr brüten

Mit dem Thema Fortpflanzung sind viele heimische Vögel noch nicht möglich. Deshalb gibt es im Moment auch so viel Vogelgezwitscher. © picture alliance / dpa

Sie singen, zwitschern, tirilieren: Alle Vögel sind schon da. Schon wieder? Auch wenn der Frühling längst vorbei ist? Ganz richtig. Schon wieder.

Denn einige der heimischen Singvögelarten sind nach dem ersten Brüten noch lange nicht fertig mit dem Thema Fortpflanzung. Deshalb erklingen in Selmer Gärten, ebenso wie im gesamten Umkreis, wieder die frühlingshaften Vogelstimmen.

Revier und Lockrufe

Nummer eins ist dabei die Amsel. Laut zwitschern die Tiere ihre Revier- und Lockrufe in die Morgendämmerung hinaus.

„Wenn die Amseln mit der ersten Brut fertig sind, dann paaren sie sich direkt wieder“, erklärt der Ornithologe Uwe Norra, der auch dem Naturschutzbund (NABU) Selm angehört. Bei der Gebirgsstelze sei es sogar so, dass das Weibchen bereits mit der nächsten Brut beginne, während das Männchen noch die ersten Zöglinge füttert. Gibt es überhaupt Gebirgsstelzen in unserer Region? „Bei der Burg Vischering in Lüdinghausen gibt es schon einige Brutpaare dieser Vogelart“, erklärt der Ornithologe.

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Fleißig sind sie also, die Vögelchen. „Das laute Zwitschern, das wir momentan in den Gärten hören, dient dem Anlocken der Weibchen, aber natürlich verteidigen die männlichen Vögel auf diese Weise auch ihr Revier“, weiß Uwe Norra.

Durchschnittsalter elf Monate

Warum brüten die Vögel mehrmals im Jahr? Die Antwort ist traurig, aber wahr: Die Verluste sind groß. „Das Durchschnittsalter eines Kleinvogels beträgt gerade einmal elf Monate“, sagt Uwe Norra. Drei bis fünf Jahre ist das Höchstalter. „Wer sieben Jahre alt wird, der ist schon Methusalem“, sagt Norra und lacht. „Die müssen sich also im Akkord reproduzieren.“

Natürlich gibt es Unterschiede bei den Vogelarten. Während Amseln, Meisen und Haussperlinge im April ihr Brutgeschäft beginnen, fängt die Ringeltaube gern auch schon im Winter mit dem Brüten an. Und während Schwalben dreimal im Jahr Junge großziehen, schaffen Greifvögel im gleichen Zeitraum höchstens eine Brut.

Doch irgendwann ist Schluss mit der Brüterei. Nämlich dann, wenn um den August herum die Mauser einsetzt, also der Federwechsel. „Deshalb plagen sich die Eltern auch so“, erklärt Uwe Norra. „Sie füttern die Jungen, damit die schnell flugfähig werden. Die Flug- und Schwanzfedern werden als erstes ausgebildet, der Rest des Federkleids nicht.“ Denn wer schnell fliegen lernt, den erwischt die Katze nicht.