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Zwangsprostituierte erhebt schwere Vorwürfe

Vorwürfe im Selmer Voodoo-Prozess

Verzweifelt, verflucht und zum Gehorchen verdammt: Mit schweren Vorwürfen und erschütternden Details vonseiten eines mutmaßlichen Opfers ist am Dienstag in Bochum der Prozess um Menschenhandel, Zwangsprostitution und Ausbeutung in Bordellen in Selm und Umgebung fortgesetzt worden.

Selm/Bochum

, 10.04.2018
Zwangsprostituierte erhebt schwere Vorwürfe

Das Foto „zeigt“ die Angeklagten vor Prozessbeginn am Landgericht. Foto: Werner von Braunschweig

Über einen Vernehmungsbeamten der Polizei wurden bewegende Aussagen einer betroffenen Prostituierten (22) aus Nigeria bekannt, die im Frühjahr 2017 aus dem Umfeld des 34-jährigen Hauptangeklagten aus Herne entkommen war. „Die Frau war wirklich völlig am Ende. Das konnte man ihr ansehen“, erinnerte sich der Zeuge vor dem Bochumer Landgericht. Mehrfach sei die 22-Jährige in Tränen ausgebrochen.

„Ich war total allein“

Über ihre Einschleusung und das anschließende „Leben“ als Prostituierte in verschiedenen Bordellen im Ruhrgebiet, habe sie wörtlich zu Protokoll gegeben: „Ich hatte Angst und war total alleine. Ich fühlte mich absolut leer und benutzt. Ich sitze hier vor Ihnen und bin gebrochen.“ Und auf die Frage nach ihrem sehnlichsten Wunsch habe sie geantwortet: „Ich würde mir wünschen, dass er (gemeint ist der Hauptangeklagte) eine richtige Bestrafung kriegen würde, für das, was er mir alles angetan hat.“

Juju-Kult als Druckmittel

Der 34-Jährige, so die Prostituierte in ihrer polizeilichen Vernehmung weiter, habe sie zudem immer wieder eingeschüchtert und bedroht. „Er schrie mich an und redete immer wieder von Juju. Obwohl ich eigentlich nicht an Juju glaube, hat es mich total beeindruckt, als er meinte, ich würde sterben, wenn ich nicht gehorche, weil ich ja Juju geschworen hatte.“

Mehr als zehn Frauen eingeschleust

Auf der Anklagebank sitzen neben dem Hauptangeklagten weitere fünf Mitangeklagte (zwei Frauen, drei Männer) aus Nigeria. Die mutmaßliche Menschenhändler-Bande soll mehr als zehn Frauen aus Nigeria eingeschleust und an Bordelle vermittelt haben - auch nach Selm. Der Prozess wird fortgesetzt.