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So trainieren Golfer abseits des Platzes

Köln. Wer regelmäßig golfen geht, ist fit fürs Turnier? Weit gefehlt. Ein gezieltes Athletik-Training gehört heute für Profis dazu. Und auch Hobby-Golfer können und sollten neben dem Platz etwas für ihre Fitness tun - mit gezieltem Training oder mit Yoga.

So trainieren Golfer abseits des Platzes

Dr. Wolfgang Ritzdorf arbeitet am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln. Foto: Kenny Beele/Deutsche Sporthochschule Köln

Ein bisschen über den Platz spazieren und ab und an mal mit einem Schläger auf den Ball hauen. So ungefähr stellen sich viele Golf vor. Doch wer diesen Sport ernsthaft betreibt, beschäftigt neben einem Golftrainer einen Fitness-Coach.

„Golf ist koordinativ hochanspruchsvoll“, erklärt Wolfgang Ritzdorf vom Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und eine gute Hand-Auge-Koordination: All das braucht, wer den Ball möglichst weit und optimal platziert schlagen will.

„Kraft ist erstmal wichtig, um den Schläger während des Schlags beschleunigen zu können“, sagt der Sportwissenschaftler. Kraft ist aber auch entscheidend, damit sich der Golfer nicht verletzt. „Die Rumpfmuskulatur ist letztlich dafür gedacht, die Lendenwirbelsäule zu schützen“, bestätigt Christian Marysko, Bundestrainer Athletik beim Deutschen Golf Verband.

Wer über eine stabile Rumpfmuskulatur verfügt, kann Brustwirbelsäule und Becken drehen, ohne dass es zu einer Kompensationsbewegung in der unteren Wirbelsäule kommt. Warum Golfspieler das brauchen, liegt auf der Hand: Beim Golfschwung müssen sie den Oberkörper verdrehen können, ohne dass sie eine Verletzung riskieren.

Wie trainiert man nun diese sogenannte Core-Stabilität? „Mit allen Übungen, bei denen der Rumpf automatisch arbeiten muss, indem er die Körperposition beispielsweise während der Bewegung stabilisiert“, sagt Marysko. Er empfiehlt etwa, im Unterarmstütz die Beine im Wechsel anzuheben. Ritzdorf zufolge sind auch schräge Sit-ups sinnvoll.

Mit Kraft allein ist es den Experten zufolge allerdings nicht getan. „Wer den Ball möglichst weit schlagen will, muss auch beweglich sein“, betont Ritzdorf. Je weiter man nämlich die Schulter beim Schwung aufdrehen kann, desto größer ist der entstehende Dehnreiz.

Wer es auf dem Platz zu etwas bringen will, sollte Kraft, Beweglichkeit und Rumpfstabilität regelmäßig trainieren. Marysko zufolge sucht man sich dafür am besten einen Personal Trainer. „Erster Ansprechpartner kann der Golf-Pro im Club sein“, sagt er. „Der sollte einen guten Trainer empfehlen können.“ Das Geld für ein paar Privatstunden ist dem Bundestrainer zufolge gut angelegt.

Diplom-Sportwissenschaftler Markus Pabst arbeitet als Golf-Athletik-Trainer. Bei neuen Kunden schaut er als Erstes, wie beweglich sie sind. „Mit der Rotation zwischen Ober- und Unterkörper tun sich viele schwer“, ist seine Erfahrung. Voraussetzung dafür seien sowohl eine gute Rumpfstabilität als auch Beweglichkeit. An beidem arbeitet er mit seinen Schützlingen. Die Rumpfstabilität etwa lasse sich mit Therabändern erhöhen.

Nun möchte sich aber vielleicht nicht jeder Hobby-Golfer ausschließlich mit seinem Lieblingssport beschäftigen. Wer abseits der Driving Range und neben dem gezielten Athletik-Training noch etwas tun möchte, dem empfehlen Ritzdorf und Pabst Yoga oder Pilates. In beiden Sportarten wird nämlich auch sehr viel Wert auf Beweglichkeit und Rumpfstabilität gelegt.

Marysko hält auch viel von einem ergänzenden Ausdauertraining. Dafür seien klassische Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen geeignet. Ist jemand gesundheitlich eingeschränkt, kann er auf Nordic Walking ausweichen. Daneben unterstützen den optimalen Golfschwung alle Sportarten, bei denen es auf eine gute Auge-Hand-Koordination ankommt - Tennis etwa oder Badminton.

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Dr. Wolfgang Ritzdorf arbeitet am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln. Foto: Kenny Beele/Deutsche Sporthochschule Köln

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