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Sonne, Wärme, Freibad? NRW freut sich über Sommer im April

Essen. Sonnenhungrige, Biergärten- und Eisdielenbesitzer werden sich freuen: Temperaturen, die die 30-Grad-Marke zusteuern, locken die Menschen ins Freie. Das Freibad als Abkühlung dürfte jedoch mitten im April die Ausnahme bleiben.

Sonne, Wärme, Freibad? NRW freut sich über Sommer im April

Ihre Mittagspause verbringen viele Siegener bei sommerlichem Wetter an der Sieg, die durch die Stadtmitte fließt. Foto: Roland Weihrauch

Sonne und heiße Temperaturen geben in Nordrhein-Westfalen mitten im April einen Vorgeschmack auf den Sommer. In Duisburg und Borken kletterten die Temperaturen am Donnerstag auf knapp unter 30 Grad. „Das ist mit Werten von verbreitet 25-28 Grad ein echt schöner Tag“, sagte Malte Witt, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst. Sogar auf dem Kahlen Asten in über 800 Metern Höhe wurden Temperaturen von 22 Grad gemessen. „Da liegt um diese Jahreszeit auch öfters noch Schnee“, sagte Witt.

Der Sommer im Frühling hat sogar mancher Orts für einen frühzeitigen Freibad-Start gesorgt: Schon seit Mittwoch können Wasserratten beispielsweise im Freibad Bornekamp in Unna Abkühlung finden - und machen davon reichlich Gebrauch, wie Jessica Mense, Vorsitzende im Trägerverein des Bades, berichtet. Rund 250 Badegäste hatten sich am Donnerstag ins kühle Nass gestürzt. „Sie bibbern noch ein bisschen, weil das Wasser noch nicht richtig aufgeheizt ist, aber haben Spaß. In diesem Jahr so früh zu öffnen, war die absolut richtige Entscheidung“, sagt sie.

Dass Freibäder ihre Eröffnung angesichts des Sommer-Intermezzos vorzögen, dürfte aber nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen die Ausnahme bleiben. Regulär starten die meisten Freibäder Anfang oder Mitte Mai in die Saison. „Vor zwei Wochen haben wir ja noch Eis gekratzt, so schnell können die Bäder nicht reagieren“, sagt Joachim Heuser, Sprecher der Interessenvertretung der Badbetreiber. Nach einem langen Winter müsse zunächst viel Arbeit in die Anlagen gesteckt werden: Frostschäden beseitigen, Rasen mähen, ein neuer Anstrich für die Umkleiden. „Alleine das Aufbereiten und Erwärmen des Wassers dauert mehrere Tage“, sagt Heuser.

Leichter haben es da die unzähligen Biergärten und Restaurants mit Außenbereich. „Die Gastronomen profitieren von dem schönen Wetter“, sagt Thorsten Hellwig, Sprecher des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) Nordrhein. Die Schwelle aus- und wegzugehen sei bei Sonnenschein viel niedriger als bei klassischem Aprilwetter.

Möglichkeiten, die Sonne mit einem kühlen Getränk, bei Kaffee und Kuchen oder auf der Terrasse eines Restaurants zu genießen seien dabei in den letzten zwei Jahrzehnten immer zahlreicher geworden. „Wer kann, schickt seine Gäste vor die Tür“, sagt Hellwig und gießt auch gleich wieder Wasser in den Wein: Durch ein Mehr an Außengastronomie gebe es auch immer mehr Reibungspunkte mit Anwohnern, die sich gestört fühlten. „Mit dem Start in die Freiluft-Saison gilt auch diesmal wieder unser Appell an Anwohner, Gastronomen und Gäste: Vertragt euch, redet miteinander“, sagt Hellwig.

So sind leidgeprüfte Biergartennachbarn vielleicht die einzigen, die sich freuen, dass der Sommer im April vorerst nur einen kurzen Auftritt hat: Schon am Wochenende soll es laut DWD nicht mehr so heiß sein. Ab Montag drängen sich dann Wolken vor die Sonne, es kühlt sich merklich ab und kann immer wieder regnen. Aprilwetter eben.

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