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Staatanwalt fordert dreizehneinhalb Jahre Haft für Bottroper Apotheker

Gepanschte Krebsmittel

Über mehrere Jahre hat ein Apotheker aus Bottrop Krebsmedikamente manipuliert. Dafür fordert der Staatsanwalt jetzt dreizehneinhalbe Jahre Haft. Der Mann habe sich skrupellos bereichert.

Essen

, 03.07.2018
Staatanwalt fordert dreizehneinhalb Jahre Haft für Bottroper Apotheker

Im Prozess um gestreckte Krebsmedikamente in einer Apotheke in Bottrop hat die Staatsanwaltschaft dreizehneinhalb Jahre Haft für den Apotheker beantragt. © dpa

„Ich habe mich gefragt, was eigentlich gegen die Höchststrafe von 15 Jahren spricht“, sagte Staatsanwalt Rudolf Jakubowski bei seinem Plädoyer am Essener Landgericht. „Die Antwortwort lautet: nicht viel.“

Der angeklagte Apotheker habe sich durch manipulierte Krebsmedikamente zu Lasten schwer kranker Menschen bereichert, die um ihr Leben bangen. „Und das alles zur Fortsetzung seines luxuriösen Lebensstils.“

Neben der langen Haftstrafe ist außerdem ein lebenslanges Berufsverbot beantragt worden. Zusätzlich soll der Apotheker 53 Millionen Euro Schadenersatz leisten. Das entspreche der Summe, die den Krankenkassen entstanden sei, weil der Angeklagte Krebsmedikamente gestreckt aber vollwertig abgerechnet habe.

Gesundheitliche Folgen unklar

Welche gesundheitlichen Auswirkungen die Arznei-Panscherei gehabt habe, sei allerdings nicht zu ermitteln gewesen. „Die Verhandlung hat nicht ergeben, wer betroffen war und wie sich das auf den Behandlungsverlauf ausgewirkt hat“, so Jakubowski. Dafür hätte man auch nachweisen müssen, dass sich der Angeklagte Gedanken gemacht habe. „Vermutlich hat er sich aber überhaupt keine Gedanken gemacht.“

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Der 47-Jährige habe aus der Herstellung minderwertiger Krebsmedikamente ein ganzes Geschäftsmodell gemacht. Hinzu komme, dass er bei Laborarbeiten in einer Tour gegen Hygienevorsschriften verstoßen habe. „Das Anlegen von Schutzkleidung war die seltene Ausnahme“, so der Staatsanwalt. „Das ist verheerend.“