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Stadtlauf: Wo war die Spitze?

WERNE Was ist mit dem Werner Stadtlauf los? Die Teilnehmerzahlen von etwa 1750 stimmen, doch beim Leistungsniveau der beiden Hauptläufe über 5 und 10 Kilometer gab es regelrechte Einbrüche.

von Von Heinz Overmann

, 10.06.2008

Denn noch nie war es in einem Werner Stadtlauf so leicht, auf das Siegertreppchen zu laufen. Die einzige Ausnahme bildete die Frauen-Siegerzeit über 5 Kilometer mit 18:25 Minuten.

Welch ein Glücksfall für den Veranstalter, dass sich mit der Siegerin Nina Stöcker doch noch ein Hochkaräter nach Werne "verirrt" hatte. Denn die erst 16-Jährige Kader-Athletin aus Wittgenstein ist sonst nur auf den Tartanbahnen der Stadien zuhause, bestritt in Werne ihren ersten Straßenlauf. "Mein Vater hatte von einem Bekannten von diesem Lauf gehört, deswegen bin ich hier gestartet", berichtet Nina.

Dagegen herrschte auf den 10 Kilometern bei den Damen absolutes Breitensportniveau. Barbara Thiel, die seit vielen Jahren in Werne startet und vor fünf Jahren in 38:33 Minuten Zweite wurde, reichte am Samstag fast eine 42er- Zeit (41:56), um locker leicht die Damenkonkurrenz vor Dorothea Bredow (44:30 Minuten) zu gewinnen. Und auch bei den Männern fehlten die Spitzenläufer. Noch reichte eine 36er Zeit über 10 Kilometer zum Sieg, wie bei Volker Braucks (36:34), auch wenn die schwüle Witterung sicher nicht leistungsfördernd wirkte. Das gleiche über 5 Kilometer. Es mussten früher schon 15er oder 16er Zeiten gelaufen werden, um als Sieger des Werner Stadtlaufs geehrt zu werden - Sieger Thomas Ahlbrink reichten 17:44 Minuten.

Ohne lokale "Stars"

Bislang fanden immer regionale Spitzenläufer den Weg nach Werne, in diesem Jahr fehlten sie bis auf Nina Stöcker. Wo waren Roland Steinmetz, Tobias Schulte, Philipp Brower, Claudia Lokar, Peggy Lange oder Anja Großkreutz - um nur einige der Läufer(innen) zu nennen, die in Werne mit Top-Zeiten siegten.

Noch ärgerlicher ist die Tatsache, dass bis auf die Jugendlichen, die über 5 Kilometer klasse Zeiten liefen, selbst die Werner Spitzenläufer fehlten. Lediglich Dirk Kaschube war über 10 Kilometer dabei und absolvierte, wie er sagte, einen Trainingslauf und wurde in 37:40 Minuten Zweiter. Jürgen Teicher, zurzeit stärkster Werner Langläufer, startete lieber bei den Münsterlandmeisterschaften in Lüdinghausen, während Norbert Schaaf sich im Firmenlauf bewähren musste.

Glanzpunkte setzen in Werne ohnehin die Läuferinnen wie Andrea Gabriel, Bettina Rehbach-Sette oder Claudia Nachtwey, die Werner Leichtathletik-Fans hätten sicher auch sie gern einmal im Wettkampf erlebt.

Das Fehlen der lokalen Größen macht sich zweifellos negativ bemerkbar. Seit Jahren gibt es den Trend, dass ausgerechnet der 10 Kilometer-Lauf vor wenigen Zuschauern stattfindet. Der TV Werne sollte hier den Mut haben, seine guten Läufer(innen) nicht nur aus dem Nachwuchsbereich zu präsentieren, um mehr lokalen Bezug und damit mehr Interesse zu erzeugen.

Umdenken?

Oder der TV Werne erklärt die bisherigen Hauptläufe über 5 und 10 Kilometer zum Beiwerk und setzt vor allem auf Bambini-, Schüler(innen) und Firmenlauf - denn das waren am vergangenen Samstag unbestritten die Höhepunkte mit vollen "Zuschauerrängen".